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3.04 Durch die Mecklenburgische Kleinseenplatte 2

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1.Tag Menz-Dagow-Strasen-Ahrensberg-Wesenberg-Groß Quassow-Neustrelitz
Tourlänge 45 Km
2.Tag Neustrelitz-Useriner Mühle-Wesenberg-Seewalde-Strasen-Dagow-Menz
Tourlänge 55 Km


1.Tag  Tourbeschreibung  Streckenverlauf  Bilder  Karte  Ergänzungen
2.Tag  Tourbeschreibung  Streckenverlauf  Bilder  Karte  Ergänzungen

Tourbeschreibung
1.Tag
Neustrelitz, alte Residenzstadt, obwohl das  Schloss nicht mehr existiert, gibt es viel zu sehen und erkunden.
Für dem Radfahrer, der sich von Menz aus, dorthin auf den Weg macht, bieten sich zwei Strecken an, die erste verläuft über Fürstenberg/H., Dabelow und Fürstensee (siehe „2.2 Neustrelitz 1„), die von mir gewählte Strecke, verläuft über Ahrensberg, Wesenberg nach Neustrelitz, und man kann sie, mit Fug und Recht, als Tour „Durch die Mecklenburgische Kleinseenplatte“ bezeichnet, zumal es eine unterschiedliche Hin- und Rücktour gibt, außerdem ist viel Zeit eingeplant, eben eine Tour mit Übernachtung. Nach 16 Km erste Pause auf der Schleusenbrücke in Strasen, immer wieder interessant dem Schleusenbetrieb zu zuschauen.

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Viel Platz

Eine Einkehr im Gasthof „Zum Löwen“, direkt an der Havel gelegen, ist möglich. Ab Strasen verlassen wir die Geborgenheit der ausgeschilderten Radwege, aber nicht in Panik verfallen, es kommen keine abenteuerliche Wege und von Wesenberg nach Neustrelitz haben sie uns wieder, die Radwegschilder.

Kurz vor Priepert biegen wir von der Landstraße nach Hartenland ab. Ein Miniort, bestehend aus einer großen Landwirtschaftsbrache (dem Vorwerk des Gutes Ahrensberg) und ein paar Häusern, ehemaliger Gutsarbeitern und Neubauern. Aber wie es so ist, egal wie klein das Dorf, man findet überall Gesprächspartner. Im Zusammenhang mit dem Vorwerk, kam das Gespräch auch auf den neuen Besitzer des Gutes Ahrensberg. Es wurde nicht sehr viel positives berichtet, mir waren auch schon die vielen Schilder „Privat“, rings um die Halbinsel, auf der sich das Gut und das Herrenhaus befinden, in Ahrensberg, aufgefallen. Auch, wenn man in Ahrensberg das Herrenhaus nicht zu Gesicht bekommt, gibt es doch einiges, was erwähnenswert ist: der Fischereihof, mit Blick auf die Hausbrücke, kurz vor Ahrensberg an der“ Oberen Havel-Wasserstraße“, die Fachwerkkirche mit Grabkapelle von 1770, das Restaurant „Alte Schmiede“ (von Mai bis September – Spanferkel satt) Und nicht zu vergessen die Havel und Seen ringsum, mit ihren Campingplätzen und Badestellen.

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Kirche Ahrensberg

Mehr über Ahrensberg, siehe auch „1.17 Ahrensberg„. Über die Ortsverbindungsstraße erreichen wir Wesenberg (siehe auch „1.18 Wesenberg„). Wie unschwer zu erkennen ist, häufen sich in der Mecklenburgischen Kleinseenplatte, die Radtouren, ich bemühe mich, nicht alles doppelt und dreifach zu beschreiben, sondern greife lieber auf Verweise zurück. Auf dem Weg ins Zentrum, kommt man unweigerlich am Stadthafen vorbei. Hier gibt es den „Biergarten am Hafen“, ein schöner Platz, im Schatten der Burg, um eine Kleinigkeit zu essen und einen Radler zu trinken. Man kann hier für den Erhalt der Eisenbahnverbindung Neustrelitz-Mirow seine Unterschrift leisten und erfährt auch das eine oder andere. In meinen Fall der Hinweiß, dass der neue Radweg, entlang am Woblitzsee schon zu benutzen ist, obwohl er noch als gesperrt markiert ist (es fehlte nur ein Zaun zur Eisenbahnstrecke). Das schon erwähnte Zentrum ist natürlich klitze klein, aber ein Rundgang lohnt (Kirche, Marktplatz, Fachwerkhäuser und nicht zu vergessen ein aktives Kino aus dem Jahre 1936/37).

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Burg Wesenberg

Ab Wesenberg geht es wieder über ausgeschilderte Radwege, durch schöne Landschaften, nach Neustrelitz. Erster Anlaufpunkt in Neustrelitz ist das Hafencafe am Stadthafen. Das Himbeerbaiser ist eine Wucht, ein schöner Blick auf den Hafen, die restaurierten Speichergebäude und den Schlosspark runden den Cafebesuch ab.

Stadthafen Neustrelitz

Doch dann wird es Zeit, das Quartier zu beziehen, ich hatte in der Basiskulturfabrik (Alte Kachelofenfabrik) gebucht, alles vorhanden: öko-Hotel, Programmkino (ich habe den Film „Max Beckmann-Departure“ gesehen – sehr guter Film), Kneipe (mit toller Speisekarte, egal zu welcher Jahreszeit, vorbestellen ist immer günstig), Galerie und diversen Veranstaltungen. Der Charme dieses alten Industriedenkmals zieht jeden Besucher in seinen Bann. Doch der Tag ist noch jung und es gilt die Stadt zu erkunden. Als Ausgangspunkt für unseren Rundgang wählen ich den quadratischen, einen Hektar großen Marktplatz, dem Kern der spätbarocken Stadtanlage (1733 angelegt). Sie wissen schon: Sonnenkönig, Absolutismus, die Städte werden so angelegt, dass die Straßen, strahlenförmig vom Stadtzentrum aus, in alle Himmelsrichtungen, verlaufen. Und genauso wurde hier verfahren. Auf Luftaufnahmen, oder von der Aussichtsplattform der Stadtkirche, (wer keine Treppen steigen möchte, vor der Kirche befindet sich ein bronzenes Stadtmodell), ist dies wunderbar zu sehen. Der Marktplatz wird durch die Stadtkirche und das Rathaus dominiert. Genau wie hier trifft man überall in der Stadt auf Spuren, die der Architekt Friedrich W.Buttel (1796-1869) hinterlassen hat. F.W.Buttel, ein Schüler Schinkels, hat im starken Maße, die Architektur und künstlerische Gestaltung, in Neustrelitz und im gesamten Fürstentum Mecklenburg-Strelitz beeinflusst. Seine Hauptwerke sind die neugotische Schlosskirche und die klassizistische Orangerie, sie bilden mit dem schönen Schlosspark eine beeindruckende Symbiose. Wie muss alles gewirkt haben als das Residenzschloss, es wurde in den letzte Kriegstagen 1945 zerstört,  noch vorhanden war?

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Schlosskirche Neustrelitz

Aber auch ohne Schloss, ist der Schlossgarten ein beeindruckendes Ensemble, hervorheben möchte ich, die zum Hebetempel führende barocke Mittelachse. Hier am Rande des Schlossparks befindet sich das Landestheater Neustrelitz, eine Spielstätte mit wechselhafter Geschichte. 1755 gegründet (eine Reithalle wurde umgebaut), zweimal komplett abgebrannt (1924 uns 1945), 1952-1954 wurde es wieder aufgebaut, mit der gleiche Außenhülle, aber moderner Innengestaltung. Hier im Landestheater Neustrelitz, damals hieß es noch Friedrich-Wolf-Theater, machte ich meine erste Theater-Bekanntschaft, das „Tapfere Schneiderlein“ hat mich stark beeindruckt. Zum Schluss des Rundganges, noch mal zum Stadthafen, der Kornspeicher, mit seinen hellgelben Backsteinen hebt er sich von den anderen beiden Speichern, die bereits saniert wurden, deutlich ab, und dies nicht nur äußerlich, auch der Inhalt ist etwas anders: Bücher, Bücher, Bücher – mehrere Antiquariate haben hier ihren Platz gefunden. Doch genug zu Neustrelitz, der Abend wartet, und die Beschreibung sollte ja nur etwas Lust auf eigene Erkundungen machen. In der Touristen-Info gibt es viele Flyer für dies unterstützen, mit den anschließenden Links, kann man schon mal hineinschauen.

Neustrelitz

Stadrundgang

Friedrich W.Buttel

Schlossgarten

Rundweg Zierker See

2.Tag
Frühstücken, leckeres Büffet im Restaurant, der Alten Kachelofenfabrik, alles könnte super sein, aber der Regen. Nach einer Stunde warten, starte ich meine Rücktour, bei Regen, ab jetzt kein Wort mehr über Regen. Vorbei am Stadthafen, mit Blick auf den Schlossgarten und den Zierker See, benutze ich den gleichen Weg, wie bei der Hinfahrt. Ab dem Bahnhof Groß Quassow  verlasse wir die Strechenführung der Hinfahrt und fahren, über  Useriner Mühle, Zwenzow, nach Wesenberg. Der Ort Useriner Mühle ist eine riesige Landwirtschafts (Industrie) Brache, direkt am Useriner See gelegen und hat meiner Meinung nach, Potential in verschiedenen Richtungen: Tourismus, Kunst, Gastronomie, Wohnungen. Bei meinen Recherchen zum Beitrag musste ich erfahren, dass die Fachwerkhalle des Sägewerkes, im Sommer 2014 abgebrannt ist. Schade, das Potential ist wieder etwas kleiner geworden. Zwenzow liegt direkt am Großen Labussee, der von der Havel durchflossen wird, und profitiert somit vom Wassertourismus (Campingplatz,Gaststätte und Ferienwohnungen). Durch abwechslungsreicher Landschaft (dichte Wälder, Seen) erreichen wir wieder Wesenberg. Wer in Wesenberg Mittagessen möchte, kein Problem, meine Empfehlung hat die Gaststätte Bodinka, sehr gutes Preis – Leistungsverhältnis. Weiter geht es Richtung Seewalde, Strasen nach Menz, also nicht über Ahrensberg, wie bei der Hintour. Obwohl klangvolle Radtour-Namen (Mecklenburgische Seenradweg, Radweg Berlin-Kopenhagen, Havel-Radweg) unseren Weg begleiten, ist die Qualität der Radwege nicht  so berauschen. Aber die Natur der Mecklenburgische Kleinseenplatte entschädigt für alle Mühen. Als erstes kommen wir am Gut Neu Drosedow vorbei, große Plakate weisen, auf die in der Kulturscheune, stattfindenden Konzerte hin. Auch Haus und Park ist schön anzusehen an einem Wochentag ist alles verschlossen un keine Menschenseele zu sehen). Für den Ort Seewalde sollte man sich schon etwas mehr Zeit nehmen. Auf einer Halbinsel gelegen, von drei Seen umgeben ist es wirklich Kleinseenplatte pur. Ein Naturladen lädt zu Kaffee und Kuchen ein, es werden viele Bio-Produkte aus dem Ort und der Region angeboten. Waldorfschule/Waldorf Kindergarten, eine Einrichtung für Behinderte Erwachsene und ein Herrenhaus, in dem es kulturelle Veranstaltungen stattfinden, vervollständigen das bild vom Dorf Seewalde. Beim Kaffee trinken, vor dem Naturladen, konnte ich einer Gruppe Behinderter bei der Arbeit (Holz sägen) zuschauen, war sehr interessant zu sehen mit welcher Ernsthaftigkeit und Ausdauer sie  die Arbeit durchführten. Heute muss ich überlegen, ob mich dies, an den Film „Die Kunst sich die Schuhe zu binden“ erinnert, oder war es umgekehrt? Über Neu Canow ist zu sagen: Bungalows, Bungalows, Bungalows. In Strasen lohnt immer ein Stop an der alten Dorfkirche (Fachwerk, der Turm ist nicht mehr vorhanden, es ist eine „Offene Kirche“, somit ist es auch möglich das Innere zu besichtigen, alte Grabkreuze rund um die Kirche – ich werde Strasen dem Schlagwort „Histor. Friedhöfe zuordnen, auch das große Haus gegenüber dem Kircheneingang betrachte ich immer wieder wohlwollend). Ja, und irgendwann sind wir wieder in Menz.

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Kirche Strasen

Streckenverlauf
Start und Ziel: Menz Infotafeln, am NaturParkHaus
Tourlänge 90 Km
1. Tag 45 Km

    • Menz-Dagow-Groß Menow-Strasen 17 Km
      Start in Menz, am Friedensplatz, wir benutzen den separaten, asphaltierten Stechlinseeradweg (als Tour Brandenburg und Seen-Kultur-Radweg ausgeschildert) Richtung Neuglobsow, er verläuft auf der Bahntrasse, der ehemaligen Stechlinsee-Bahn. Dieses Teilstück der Tour Brandenburg wurde im Herbst 2015 komplett erneuert, siehe auch „Der erste Spatenstich ist getan„. Am ehemaligen Bahnhof Neuglobsow, biegt die Tour Brandenburg rechts, Richtung Fürstenberg, ab. Wir fahren gerade aus weiter, Richtung Dagow, ab jetzt auf dem Radweg der Radtour Berlin-Kopenhagen. Bisher war der Radweg nicht so aufregend, die Straße und der Radweg, werden links und rechts von ausgedehnten Kiefernwälder gesäumt. Doch ab Dagow wird es interessanter, hier verläuft der Radweg durch das Naturschutzgebiet „Stechlin“, üppige Buchenwälder, mit durch die Eiszeit geprägten Tälern, Seen (Peetschsee, Gr-und Kl. Gliezensee) links und rechts des Weges. In Dagow befindet sich ein Historischer Friedhof (Metas Ruh). An der Ortsverbindungsstraße Steinförde-Strasen über Groß Menow, biegen wir links ab und benutzen diese, wenig befahrende Straße bis Strasen. Immer der Ausschilderung „Berlin-Kopenhagen“ nach, Richtung Norden, nach Kopenhagen. In Groß Menow befindet sich ein Campingplatz, mit Cafe/Imbiss direkt am Ellenbogensee
    • Strasen-Hartenland-Ahrensberg-Wesenberg 15 Km
      Ab Strasen verlassen wir den Radweg und benutzen die Chaussee nach Priepert. Zu Strasen sei noch kurz bemerkt: drei Gaststätten, Imbisse, diverse Unterkünfte, exotische Tierhaltungen (Renntiere, Büffel, Alpaka und ja,auchStrauße, habe ich schon stolzieren) gesehen und die Fachwerkkirche ohne Turm. Kurz vor Priepert biegen wir links ab und erreichen, über Hartenland (Vorwerk des Gutes Ahrensberg), den Ort Ahrensberg. Nach weiteren 5 Km erreichen wir Wesenberg
  • Wesenberg-Groß Quassow-Lindenberg-Neustrelitz 13 Km
    Ab Wesenberg benutzen wir wieder Radwege mit ihren Ausschilderungen. Weiter geht es wieder auf den Radweg Berlin-Kopenhagen (vor der Eisenbahnstreche links ab), er verläuft direkt am Ufer des Woblitzsee (schöner Blick über den See nach Wesenberg und Rastplatz mit Badestelle). Am Bahnhof Groß Quassow halten wir uns rechts und verlassen den Radweg Berlin-Kopenhagen. Ab hier benutzen wir den Radweg „Mecklenburgischer Seenradweg„, über Groß Quassow (Gaststätte) und Lindenberg bis Neustrelitz. Die Strecke von Wesenberg bis Neustrelitz ist zum größten Teil ein separater Radweg (unterschiedliche Beläge: Asphalt,Formsteine und Natur belassen), nur das Stück zwischen Bahnhof Groß Quassow und Lindenberg ist eine asphaltierte Landstraße (wenig befahren).

2. Tag 55 Km

    •  Neustrelitz-Lindenberg-Groß Quassow-Useriner Mühle-Zwenzow-Wesenberg 20 Km
      Das Erste Stück bis zum Bahnhof Groß Quassow ist genau wie der Hinweg. Wir bleiben auf dem Radweg „Mecklenburgischer Seenradweg“ und fahren Richtung Useriner Mühle, eine riesige Brache (Mühle, Sägewerk, Silos und Ställe, all dies war einmal in betrieb). Gegenüber der Brache befindet sich eine Badestelle am Useriner See. Bis Zwenzow benutzen wir einen separaten, asphaltierten Radweg. Weiter geht es über einen naturbelassenen Radweg, vorbei  an Campingplätzen, am Großen Labussee, nach Wesenberg.
  • Wesenberg-Neu Drosedow-Neu Canow-Strasen 18 Km
    Wir benutzen den Radweg“Berlin-Kopenhagen“, nach überqueren der Bundesstraße B198, fahren wir 200 m auf der Landstraße nach Wustrow, danach rechts abbiegen und den ausgeschilderten Radweg folgen. Der Radweg ist naturbelassen und nicht immer im besten Zustand. Nach 3 Km erreichen wir eine Badestelle, mit Rastplatz, am Peetschsee. Kurze Pause am Gut Neu Drosedow, durch den Zaun sind die Plakate, mit den Ankündigungen der nächsten Konzerte, zu sehen. Als nächstes erreichen wir Seewalde. Längere Pause, mit Kaffee und Kuchen vom Naturladen, dabei Fragen stellen und sich informieren. Vorbei an vielen Seen, siehe Karte, erreichen wir Strasen. Hierbei immer den ausgeschilderten Radweg „Berlin-Kopenhagen“ folgen, siehe auch Streckenverlauf  vom Beitrag „Radfahren und Alfred Wegener„.
  • Strasen-Groß Menow-Dagow-Menz 17 Km
    Das restliche Weg nach Menz ist identisch mit dem Teilabschnitt des ersten Tages.

Bilder 1.Tag


Bilder 2.Tag

Ergänzungen

Ein Abschnitt der Streckenführung des 2.Tages hat sich geändert. Hier geht es zum Beitrag „Veränderte Streckenführung zwischen Wesenberg und Strasen“ ——->mehr erfahren

 

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