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3.12 Stettiner Haff

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1.Tag Menz-Carpin-Blankensee-Neubrandenburg-Ueckermünde/Zug
Tourlänge 80 Km
2.Tag Ueckermünde-Mönkebude-Ueckermünde-Altwarp-Ueckermünde
Tourlänge 55 Km
3.Tag Ueckermünde-Torgelow-Pasewalk-Strasburg
Tourlänge 65 Km
4.Tag Strasburg-Wolfshagen-Fürstenwerder-Carwitz-Retzow
Tourlänge 65 Km

Die Radtour fand am 24.07. bis 27.0.2015 statt.


1.Tag  Tourbeschreibung  Streckenverlauf  Bilder  Karte  Ergänzungen
2.Tag  Tourbeschreibung  Streckenverlauf  Bilder  Karte  Ergänzungen
3.Tag  Tourbeschreibung  Streckenverlauf  Bilder  Karte  Ergänzungen
4.Tag  Tourbeschreibung  Streckenverlauf  Bilder  Karte  Ergänzungen

Tourbeschreibung
1.Tag
Die Unterkunft ist gebucht, im Hotel „Am Markt„, in Ueckermünde, wie es dann weiter geht wird operativ entschieden. Der Grund für die Wahl, das Hotel hat ein eigenes Brauhaus, aber Spaß beiseite, es war gar nicht so einfach etwas zu finden mitten in der Saison und zentral sollte es auch sein. Nach eingehender Vorbereitung stand der Plan, von Menz mit dem Rad nach Neubrandenburg und dann um 14.30 Uhr (wichtiger Termin, den dieser Zug fuhr direkt nach Ueckermünde, kein umsteigen nötig) mit dem Zug nach Ueckermünde, an den Stettiner Haff. Für die Tour nach Neubrandenburg, nicht die kürzeste über Burg Stargard, sondern über Usadel und entlang am Tollensesee. Über die bekannten Orte: Fürstenberg/H., Altthymen, Dabelow, Wolkuhl und durch den Müritz-Nationalpark (siehe auch 2.05 Neubrandenburg) kam ich nach 30 Km und 3 Stunden in der Bäckerei Rotzoll zu Tische, das zweite Frühstück war angesagt. Weiter ging es Richtung Blankensee, mit herrlichen Blicken auf den idyllisch gelegenen Rödliner See, eine Raststätte, mit Blick auf die Champagner Insel lädt zu einer kurzen Pause ein.

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Blick auf den Rödliner See

In Blankensee bleiben wir auf dem Mecklenburgischen Seenradweg und fahren weiter Richtung Blumenholz. In Blankensee gibt es einen Lebensmittelladen und den Landgasthof „Erbkrug„, der auch eine Pension bewirtschaftet. Nach 10 Km verlassen ich die Landstraße nach Blumenholz (der Abzweig ist leicht zu erkennen: Hinweisschilder zeigen  nach Usadel und ein nicht zu übersehendes Schild, dass wir jetzt die „Historische Verbindungsstraße von Neustrelitz nach Neubrandenburg“ benutzen).

Hier noch eine kleine Zwischen-Anmerkung: das man ein Hinweisschild übersieht und sich etwas verfranzt kommt schon mal vor, aber meistens wird es schnell bemerkt und man kann es korrigieren. Aber hier auf der Tour nach Neubrandenburg, ging es richtig in die Hose. Wie es so ist, ich wollte die Strecke nach Usadel abkürzen, auf der Karte ist es schön an zu sehen. Den Wander- und Radweg in Neuhof habe ich übersehen und blieb auf der Landstraße. An der Ruine der Wanzka Mühle hielt ich die Gelegenheit für günstig, die Abkürzung durch das NSG Nonnenbachtal anzutreten. Hätte ich lieber nicht, Anstiege ohne Ende (ich musste einige Male vom Rad, zwei volle Fahrradtaschen taten das ihrige), keinerlei Ausschilderung, Regen und der Zeitdruck den rechten Zug nicht zu erreichen. Nicht das ich in Panik verfiel, doch als wieder die Landstraße erreichte, war ich ziemlich fertig (ein Vorteil, wenn man alleine unterwegs ist, man muss sich keine Vorwürfe anhören und kann auch die Schuld nicht delegieren). Das es die Landstraße war, die ich zwecks Abkürzung verließ, war schnell klar, ja nun, rechts oder links, ich entschied mich für links (bergab). Nach 2 Km lockerer Fahrt stand ich wieder an der Mühlen-Ruine. Also wieder retour, was als Abkürzung gedacht war, wurde zum Umweg (ist auf der Karte nicht eingezeichnet) mit Zeit- und Kraftverlust, was ich auf den Anstiegen am Tollensesee zu spüren bekam.

Über die schon erwähnte historische Ortsverbindungsstraße ging es über Rodenskrug (einsamer Ausbau, hat etwas romantisches) nach Usadel, ab hier benutzt ich den bekannten Radweg „Tollensesee Radrundweg„, siehe die Tourbeschreibung „3.05 Tollensesee„. Am Naturpark Neubrandenburg verlasse ich den Radweg und fahre auf kürzesten Wege zum Bahnhof. Ich liege gut in der Zeit, Fahrkarten kaufen, Trinken war wichtig und schon saß ich im Zug. Nach 1:30 Std. ist die Endhaltestelle Ueckermünde/Stadthafen erreicht, einchecken im Hotel, erste Eindrücke der fast komplett sanierten Stadt, mit dem Rad zum Strand (3 Km), alles eine Sache von Minuten. Aber der Tag ist noch nicht zu Ende.

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Mark und Hotel Am Markt

Livemusik auf dem Marktplatz, ich nehme im Biergarten von meinem Hotel platz, erste Kostprobe aus dem hoteleigenem Brauhaus, bestens, auch das Essen sehr zu empfehlen. Ja, so sind die Kulturbanausen, erst über Essen und Trinken sprechen und dann zur Kultur kommen. Musik von Sander van Flint, in Ueckermünde als Duo (auf der Homepage ist zu lesen, auch 2016 gibt es wieder zwei Auftritte in Ueckermünde), Folkrock, Folkpop, genau das Richtige, für einen lauen Sommerabend, bei Bier und netten Plausch. Neue Gäste nahmen am Tisch platz, ein älterer Herr, mit nicht alltäglicher Begleitung, eine junge chinesische Frau (Mädchen?). Und wie oft, wenn man alleine unterwegs ist, ergibt sich schneller ein Gespräch mit anderen Leuten. Es wurde ein interessantes, herzliches Gespräch. Ich erfuhr alles über Au-Pair-Mädchen in Deutschland, Rechte und Pflichten von beiden Seiten, denn es wurde schnell klar, die Begleitung war ein Au-Pair-Mädchen aus China. In dem lebhaften Gespräch konnte ich mit meinen Erfahrungen aus China aufwarten und erfuhr warum der aus Hamburg stammende Herr, jetzt hier auf dem Markt in Ueckermünde sitzt und warum sein Sohn vor ein paar Wochen in Bernau geboren wurde.
Ein erlebnisreicher Tag geht zu Ende, viel erlebt: Irrfahrt durch das NSG Nonnenbachtal, Zugfahrt, erste Eindrücke von Stadt und Strand und der Abend mit Musik und Gespräch.

Bilder 1.Tag

2.Tag
Nach dem Frühstück Start zur Radtour entlang der Küste des Stettiner Haffs. Ueckermünde ist Schnittpunkt von drei Radfernwegen (Berlin-Usedom; Oder-Neiße; Mecklenburgische Seenradweg). Zuerst geht es Richtung Westen, nach Mönkebude, ein Badeort am Stettiner Haff, mit Hafen, Strand, auch eine Touristen-Info ist vorhanden, viel Gastronomie und diverse Unterkünfte. Im Hafen ist es möglich Segeltörns mit der Ghost (ein original Zeesenboot) zu buchen, für Radfahrer besteht die Möglichkeit einer Fährverbindung nach Usedom (bitte telefonisch anmelden, siehe Homepage). Erstes Bad im Haff, um vernünftig schwimmen zu können, muss man laufen, laufen, nach 100 Meter reicht das Wasser bis zum Knie. Aber ansonsten fast wie Ostsee, heller Sandstrand, ordentliche Strandkörbe, es riecht nach Fischbrötchen und natürlich Möwenbetrieb. Nach einem Besuch der Fischerstube, ein Heimatmuseum im Haus der Touristen-Info, ein Besuch lohnt, geht es wieder zurück nach Ueckermünde. Ohne große Pause lenke ich mein Rad ostwärts Richtung Altwarp.  Altwarp hat einiges zu bieten, Strand mit Gastronomie, Hafen mit Fischerei und Ausflugsdampfer, Interessante Häuser (ehemalige Kapitänshäuser), empfehlenswerte Fischgaststätten (ich habe in der Gaststätte „Haffstübchen“ zu Mittag gegessen), der Dorfkonsum heißt jetzt Pommerscher Landmarkt und eine Heimatstube zur Dorfgeschichte. Aber auch die Natur hat ein paar Extras zu bieten: Binnendünen, Wacholdertal, Botanischer Garten und ein Naturschutz Gebiet, das zum Europäischen Vogelschutzgebietes „Riether Werder, Gottesheide, Ahlbecker Seegrund“ gehört. Zeit zur Rückfahrt in Ueckermünde gibt es auch noch einiges zu entdecken. Stopp in Bellin, Strand mit Biergarten. Auf meiner Tagestour, westlich und östlich von Ueckermünde konnte ich feststellen, dass die Haffküste hervorragend auf den Tourismus vorbereitet ist. Die kleine, feine Stadt Ueckermünde ist das Zentrum dieser Region. Mit dem folgenden Link kommen sie zur Web-Seite der Stadt Ueckermünde, hier ist alles zu erfahren, was ein Urlauber oder Radtourist über die Stadt und die Haff-Landschaft wissen muss. Hier meine Eindrücke von Ueckermünde. Als erstes möchte ich den 3 Km vor der Stadt gelegenen Strand nennen, ein Strand mit Ostsee-Flair, besonders gut für Kinder geeignet (sehr flach, schöner Sandstrand und viele Spielplätze), viele gastronomische Angebote (selbst bei heißem Wetter muss man nicht lange anstehen). Es fand gerade ein Beachcamp statt, das heißt Beachvolleyball bis zum abwinken, tolle Rhythmen aus dem Lautsprecher und junge Leute (manch mal auch Vater und Sohn), die viel Spaß beim baggern und pritschen hatten. Ja, vor 40 Jahre…, aber auch das zuschauen macht Spaß und verstärkt  die Vorfreude auf meinem nächsten montäglichen Volleyballabend. Zurück in der Stadt, Fahrrad verstaut und ab zum Stadtspaziergang. Es macht Spaß durch die schmalen Straßen und Gassen zu wandeln, die meisten Häuser sind restauriert und auch das Bollwerk am Hafen ist wieder in seiner ursprünglichen Form hergerichtet.

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Blick vom Bollwerk auf Hafen und Stadt

Hier im Hafen ist auch der Sitz der Oderhaff Reederei Peters, eine dreimal tägliche Fährverbindung nach Kamminke/Usedom, ist auch für Radfahrer interessant, aber auch andere Schiffstouren, wie zum Beispiel nach Stettin sind möglich. Abendessen in einer Tapasbar, danach zurück zum Hotel, der Markt liegt in der einbrechenden Nacht und wirkt verwunschen.

Bilder 2.Tag

3.Tag

Abschied vom Stettiner Haff, Richtung Heimat, mit einer Übernachtung in Straßburg/Uckermark Auf Uckermark wird großen Wert gelegt, obwohl Straßburg im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern liegt. Eine Spätfolge der Gebietsreform 1952 in der DDR (die Länder wurden aufgelöst und es entstanden die 15 Bezirke, mit den neu gebildeten Kreisen), Straßburg wurde Kreisstadt im Bezirk Neubrandenburg. Durch ein großes, geschlossenes Waldgebiet, auf einen naturbelassenen Radweg erreichte ich Eggesin, irgendwie hatte ich in Ueckermünde den Radweg Berlin-Usedom verpeilt. Aber die Strecke über Liepgarten hatte auch seinen Reiz. Eggesin eine Stadt ohne Stadtcharakter, das Bild mit der Weide am Ufer der Uecker (ich muss mich korrigieren, es war die Randow, Uecker und Randow vereinen sich in Eggesin), ist wirklich das Einzige was in Erinnerung bleibt. Wie viele Städte Städte in Vorpommern wurde auch Torgelow durch Kampfhandlungen am Ende des 2.Weltkrieges zerstört. Ab Eggesin bis Pasewalk, auf herrlich ausgebauten Radweg, eine Teilstrecke mit Erinnerungen, die Gedanken gingen 45 Jahre zurück. Zurückerinnern an die Armeezeit in Stallberg, mit vielen Geschichten, mit Höhen und Tiefen. Die typischen, in den Fünfzigern des vorigen Jahrhunderts gebauten Kasernen, sind entweder abgerissen oder sind nicht wieder zu erkennen, sie ähneln jetzt mehr einem Sanatorium. Schlafsäle für 50 Soldaten, nur notdürftig mit Schränken abgeteilt, in denen nie so richtige Ruhe einkehrte, Toiletten ohne Türen, statt Waschbecken gab es Waschtröge, Duschen konnte man einmal in der Woche zentral,  deshalb hatte jeder eine Schüssel und somit eine Ersatz- Dusche, Kohlen gab es genug und somit auch warmes Wasser. Zu den negativen Erinnerungen gehören noch der unsägliche Frühsport, jeden zweiten Tag, auch bei eisiger Kälte 3000 Meter, kaum eine Möglichkeit sich zu drücken (raus aus dem Objekt und über den Fuhrpark wieder rein). Doch genug gejammert, es gibt auch angenehme Rückblicke, das ganze Wochenende mit Hallenfußball verbracht, wenn man Glück hatte, nicht zur Wache zu müssen und sich im Schlafsaal so etwas wie Gemütlichkeit einstellte, Bettlaken als Tischdecke, Kaffee und Kuchen, Flasche Schnaps im Stiefel, Zeit für ein ruhiges Gespräch, die dann auch oftmals über die  Armee Umgebung hinaus gingen. Trotz der Erinnerung wird Pasewalk zur Mittagszeit erreicht. Was als erstes ins Auge fällt, viele Industriebrachen, im Zentrum angekommen gibt es viele bauliche Zeugen der jahrhundertealten Stadtgeschichte. Hier ein Link zum Historischen Stadtrundgang.

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St.Marien Pasewalk

Nach dem Mittagessen weiter auf dem Radweg Berlin-Usedom. In der Gemeinde Uckerland im Ortsteil Nechlin ist eine interessante Gutsanlage mit einem ehemaligen Schloss zu besichtigen, alles in einem schlechten  Zustand oder besser kurz vor dem Zerfall, eben eine Landwirtschaftliche
Brache. Doch wie immer, jede Brache hat ihren eigenen Charme.

Ehemaliges Schloss Nechlin

In Trebenow verlasse ich den Radweg Berlin-Usedom, weiter geht es auf dem Radweg Gutsherrentour. In Güterberg ein schönes Herrenhaus. Nach 6 Km erreiche ich Strasburg in der Uckermark. Wie von selbst ist meine erste Station der Marktplatz, die Kirche „St. Marien“, ein schön restauriertes Fachwerkhaus, nicht weitentfernt ein Fachwerkhaus das auf eine Restaurierung wartet. Die Anzahl der Sehenswürdigkeiten hält sich in Grenzen. Was von den vielen Kriegen und Stadtbränden übrig war wurde in den letzten Tagen des 2.Welkrieges zu 55% zerstört. Auf der Webseite der Stadt Strasburg/Um sind die Geschichte und Sehenswürdigkeiten sehr gut beschrieben. Als Unterkunft habe ich das Hotel Wasserturm ausgewählt
Der 36 Meter hohe Wasserturm und das neu gebaute Hotel zeigen eine perfekte Symbiose zwischen Altem und Modernem.

Hotel & Griechisches Restaurant Wasserturm

Zu Abend habe ich in der Gaststätte „Bierstübchen“ gegessen, das Essen war normal, aber, da ich der einzige Gast war, konnte sich der Wirt viel Zeit für eine ausgiebige, interessante  Unterhaltung nehmen.
Wer Zeit und Interesse hat, ein Besuch im Heimatmuseum Strasburg lohnt sich immer.

Bilder 3.Tag

4.Tag
Gutes Frühstück und los geht es, der vierte Tag, mit dem Highlight Wolfshagen/Uckermark wartet auf mich. Auf nicht so idealen Radwegen geht es voran, Kopfsteinpflaster, naturbelassen und Landesstraßen. Doch mit offenen Augen findet sich immer wieder etwas interessantes.

Rechts des Radweges

Wolfshagen – ich war begeistert, ein Dorf wie ein Gesamtkunstort. Märkische Feldsteine und herrliche Backsteine treffen sich in der Neogotik. Wolfshagen ist ein Ortsteil der Gemeinde Uckerland. Was auf der Webseite der Gemeinde über Wolfshagen zu lesen ist möchte ich jetzt zeigen.

Schriftliche Ersterwähnung : 1292 (Quelle: Wolveshaghen, Krabbu Nr. 1562)

Wolfshagen liegt an der Grenze zu Mecklenburg – Vorpommern, direkt an der B 198. Wolfshagen ist wohl das bekannteste Dorf der Gemeinde Uckerland. Mit Wolfshagen verbinden die meisten vor allem die Geschichte derer von Schwerin und herrliche alte Bauten, die im Auftrage des Grafen Hermann von Schwerin errichtet wurden, der damit dem Ort eine eigene Note geben wollte. Gotische Spitzbogen aus Backstein, zahlreiche Schmuckelemente wie Rundfenster, gerundete Dächer und Rosetten fallen besonders auf. Ende des 17. Jh. erwarb die Familie von Schwerin das Rittergut. Nach 1830 erfolgte der planmäßige Ausbau des Gutsdorfes. Der Name gründet sich auf die häufig dort auftretenden Wölfe, die noch bis zum Beginn des 17 Jh. dort existierten. Der Wolfshagener Park erstreckt sich über eine Fläche von 3,1 ha. Er ist im 17. Jh. in der Nähe des am Schloss angelegten Gartens im französischen Stil entstanden. Anfang des 19.Jh. wurde er vom berühmten Gartengestalter Peter-Josef Lenné umgestaltet. Seither ist es ein im englischen Stil gehaltener Landschaftsgarten. Bei einem Spaziergang durch den Landschaftsgarten überqueren Sie die Fliesenbrücke und gelangen zum Denkmal der Befreiungskriege. Es entstand 1828 zur Erinnerung an die Befreiungskriege von 1813-1815. Die Fliesenbrücke ist 60 m lang und ist eine in den 30-er Jahren des 19. Jh. aus Feld- und Ziegelsteinen erbaute Bogenkonstruktion. Sie wurde 1995 – 1996 komplett restauriert. Direkt neben der Brücke steht der 1996 zum Denkmal erklärte Speicher, ein großer roter Klinkerbau aus der Mitte des 19.Jh.. Die Sanierung des Speichers ist geplant und in Vorbereitung. Zu den etwa 40 Baudenkmalen im Ort gehören auch je ein preußisches und ein mecklenburgisches Zollhaus. Das wohl bedeutendste Bauwerk im Ort ist die reizvolle Kirche, ein aufwendiger neugotischer Putzbau mit unregelmäßigem Grundriss. Die Kirche leuchtet schon unübersehbar von weitem. Die Errichtung der Kirche von 1850 – 1858 war krönender Abschluss der baulichen Aktivitäten Hermann von Schwerins in Wolfshagen. Das Bauwerk wurde 1858 fertig gestellt und am 20. Juli, wenige Tage vor dem Tod Hermann von Schwerins, eingeweiht. Das Äußere der Kirche ist durch viele Verzierungen geschmückt. Hervorzuheben ist außerdem, dass neben dem Hauptportal unter Maßwerkbaldachinen Standfiguren von Luther und Calvin zu finden sind. Im Innern der Kirche befindet sich ein in die Wand eingelassener schmaler Grabstein mit einer Minuskelinschrift (Minuskel = Kleinbuchstabe). Da der Bau der Kirche durch den Grafen Schwerin selbst finanziert und nicht durch die Kirche übernommen wurde, blieb sie im Privatbesitz der Familie von Schwerin. 1945 ging die Kirche in Volkseigentum über. Die Kirche wird heute als Kultur- und Gemeindezentrum und für Trauungen des Standesamtesgenutzt.

16 Familienmitglieder der Schwerins haben im Erbbegräbnis ihre letzte Ruhestätte gefunden. Das Erbbegräbnis ist ein Bau aus gelben Klinkersteinen aus dem Jahr 1860. Es wurde nach dem Tode des Grafen Hermann von Schwerin errichtet. Inmitten des Dorfes findet die 1834 erbaute, ca. 17 m hohe Königssäule als einmaliges Bauwerk Bewunderung. Weitere interessante Backsteinbauten sind die Schmiede, das Forsthaus, das Gärtnerhaus und das Fischerhaus, welche zwischen 1831 und 1835 erbaut wurden. Um 1875 erfolgte der Bau der Ehrenpforte. Ein größtenteils von Wald umgebener 2 km langer Wanderweg führt um den Haussee herum. Der Haussee hat eine Wasserfläche von 52 ha. Im Mittelalter befand sich am Westufer des Haussees die Blankenburg, von der einige Feldtsteinreste erhalten geblieben sind. Der 24 Meter hohe Bergfried ist 1999 restauriert worden. In Wolfshagen gibt es noch viele weitere Denkmäler und Sehenswürdigkeiten wie z.B. das Friedensdenkmal, die alte Aussichtsplattform und den Rosengarten. Das noch heute jährlich stattfindende Rosenfest in Wolfshagen wurde erstmals 1858 gefeiert.
Das Schloss direkt am Haussee gelegen existiert leider nicht mehr. Hier wird heute Volleyball gespielt. Mit viel Begeisterung nahm ich mir die Zeit um die Baudenkmäler anzuschauen. Ein super Erlebnis. Jetzt im Nachhinein bedauere ich, nicht das Vorwerk Buelowsssiege besichtigt zu habe, ich hatte es nicht auf dem Schirm. Erst jetzt, beim Fertigstellen der Radtour Beschreibung, bin darauf gestoßen. Muss unbedingt nachgeholt werden.
Hier zwei Links zum Thema Buelowssiege:
mehr erfahren —-> Video
mehr erfahren —-> Gutshof der Romantik
Nach 10 Km erreiche ich Fürstenwerder, ein Ortsteil der Gemeinde Nordwestuckermark. Fürstenwerder verlor 1817 sein Stadtrecht. Der städtische Charakter des Ortes ist jedoch bis heute erhalten geblieben.
Stadtmauer, einige Wieckhäuser, drei Stadttore und ein Heimatmuseum unterstreichen diesen Satz.  Also einige Sehenswürdigkeiten.
Siehe auch:   3.7 Fürstenwerder, auf der Spur der Steine.
Weiter geht es zum Teil auf dem Uckermärkischen Radrundweg über Warbende, Carwitz, Hasselförde nach Retzow. Hier im Gasthof „Grünheide“ werde ich von meiner Frau mit dem Auto abgeholt. Nach einem leckeren Abendbrot geht es Zurück nach Menz. Eine viertägige Radtour geht zu ende, viel erlebt und gesehen, eine tolle Tour.
Bilder 4.Tag
Bilder aus Wolfshagen-Uckermark

Bilder von Unterwegs
Streckenverlauf
Start: Menz, Infotafeln am NaturParkHaus
Ziel   : Retzow, Waldhaus Grünheide
Tourlänge  265 Km

1. Tag 80 Km

    • Menz-Fürstenberg/H.-Dabelow-Carpin 38 Km
      Um 8.00 Uhr Start zu einer Radtour nach Ueckermünde, der weitere Verlauf nach Ueckermünde ist offen. Da die Abfahrtzeit des Zug von Neubrandenburg nach Ueckermünde 14.33 Uhr ist, die einzige Direktverbindung, war diese Startzeit schon notwendig. Auf den bekannten Radwegen geht es über Fürstenberg/H., Dabelow, Wokul nach Carpin. Siehe auch 2.5 Neubrandenburg, da ich die gleiche Tour schon teilweise (der Streckenverlauf zwischen Blankensee und Menz ist gleich) in umgekehrter Richtung gefahren bin lohnt ein Blick in diese Beschreibung. In Wokul stoße ich auf den Mecklenburgischen Seenradweg, der führt auch nach Neubrandenburg, doch am Westufer des Tollensesee entlang, dass wäre an diesem Tag doch etwas viel. Siehe auch 4.3 Tollensesee, ich hoffe mit den vielen Links innerhalb der Webseite den verehrten Nutzer nicht durcheinander zu bringen.
    • Carpin–Usadel-Neubrandenburg-Ueckermünde/Zug 42Km
      Über Groß Schönfeld erreiche ich Blankensee, immer auf dem ausgeschilderten Mecklenburgischen Seenradweg bleibend. Auf dem Rastplatz am Rödeliner See mit Blick auf die Champagner Insel  sollte auf jeden Fall eine kleine Pause eingelegt werden. An einer gutgestalteten Infotafel erfährt man einiges über den See und die Insel. Blankensee bleibe ich  auf dem Mecklenburgischen Seenradweg und fahre Richtung Blumenholz. Nach 10 Km verlassen ich die Landstraße nach Blumenholz (der Abzweig leicht zu erkennen: Hinweisschilder zeigen  nach Usadel und ein nicht zu übersehendes Schild, dass wir jetzt die „Historische Verbindungsstraße von Neustrelitz nach Neubrandenburg“ benutzen). Über Rodenskrug erreiche ich Usadel und somit auch den Tollensesee. Rechts halten, dass ist der kurze Weg nach Neubrandenburg. In Klein Nehmerow kann eine Kloster Ruine besichtigt werden. Auf dem ausgeschilderten Tollensesee-Radweg erreiche ich Neubrandenburg, durch die Stadt zum Bahnhof und ganz bequem, ohne umzusteigen erreiche ich Ueckermünde.


2. Tag 55 Km

    • Ueckermünde-Mönkebude-Ueckermünde 15 Km
      Der zweite Tag steht im Zeichen von zwei kurzen Radtouren, also zweimal von Ueckermünde nach Ueckermünde. Start zur ersten Tour nach Mönkebude. Der Radweg ist nicht zu verfehlen, ich fahre auf zwei Fernradwegen:
      Radwegfernweg Berlin-Usedom
      Mecklenburgischer Seenradweg
      Mönkebude, ein Erholungsort am Stettiner Haff, kann einiges vorweisen, siehe Tourbeschreibung 2.Tag.
    • Ueckermünde-Altwarp-Ueckermünde 40 Km
      Nach einem kurzen Zwischenstop geht es weiter Richtung Osten, nach Altwarp.  Bis Warin benutzen ich den Oder-Neiße-Radweg, danach geht es über einen nagelneuen Radweg (asphaltiert, separat, noch ohne Namen), direkt nach Altwarp, dem nordöstlichsten Ort (Hafen) Deutschlands. Siehe auch Tourbeschreibung 2.Tag

3. Tag 65 Km

    • Ueckermünde-Torgelow-Pasewalk 35 Km
      Start zum ersten Teil der Radtour nach Strasburg in der Uckermark. Mein Plan war auf dem Radweg Berlin-Usedom über Torgelow nach Pasewalk zu fahren. Doch irgendwie habe ich in Ueckermünde nicht den richtigen Einstieg gefunden. Es ist oft schwierig innerhalb der Städte den rechten Weg bis zum Stadtrand zu finden, um den ab hier gut ausgeschilderten Radwege zu folgen. Der von mir gewählte Radweg nach Torgelow hatte auch seine Reiße, viel Natur, auch der Weg war stellenweise naturbelassen. Nach 15 Km hatte ich Torgelow erreicht und konnte meine Tour auf dem Radweg Berlin-Usedom fortsetzen. Der Radweg ist ab hier in einem sehr guten Zustand und auch perfekt ausgeschildert. Mittagessen, Stadtbesichtigung und weiter gehts.
    • Pasewalk-Nieden-Güterberg-Strasburg/Uckermark 30 Km
      Weiter geht’s, auch weiter den Radfernweg Berlin-Usedom benutzen. Wie immer, es macht Probleme den richtigen Ausgang aus der Stadt zu finden, aber auch dabei hilft Augen auf. Stellenweise ist der Radweg in einem desolaten Zustand ist aber ausgeschildert. Des Öfteren naturbelassende Feldwege mit Zuckersand. Wer doch lieber ein Stückchen mit dem Zug fahren möchte, in Nechlin kann er es tun. Hier befindet sich eine Haltestelle der DB auf der Strecke Berlin-Stralsund. Auf dem Teilstück von Nieden bis Trebenow fahre ich auch auf Radweg Gutsherrentour. In Trebenow verlasse ich den Radfernweg Berlin-Usedom und fahre weiter auf der Gutsherrentour bis Güterberg. Güterberg ist ein Gutsdorf des weitverzweigten Stammbaums der Familie der von Arnims. Der letzte Besitzer des Gutes Güterberg war Dietloff von Armin.  Hier ein Link zur sehr interessanten Webseite der Gemeinde Nordwestuckermark zum Thema Gutsherrentour. Nach 6 Km erreiche ich mein Tagesziel, Strasburg/Uckermark im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, hier in diesem kleinen Städtchen möchte ich übernachten. Eine Unterkunft ist schnell gefunden ich übernachte im Wasserhotel, siehe auch Tourbeschreibung 3.Tag.
      Nach dem einchecken noch kleiner Stadtrundgang, Abendessen und ab in die Falle, der nächste Tag hält wieder einige Mühen und viel Sehenswertes bereit.

4. Tag 65 Km

    • Straßburg/Uckermark-Wolfshagen-Fürstenwerder 22 Km
      Start zur letzten Tagestour, mit Spannung erwarte ich denn Höhepunkt des Tages – Wolfshagen, ein Dorf mit 40 Baudenkmälern. Siehe Tourbeschreibung  4.Tag. Die Strecke von Strasburg nach Wolfshagen ist kein extra ausgewiesener Radweg, doch mit den lokalen Wegweisern und der Karte von outdooractive kommt man gut zurecht. Über Luisenburg und Amalienhof erreiche ich Wolfshagen. Der Weg ist sehr unterschiedlich, es wechselt zwischen Landstraße, vergessende Kopfsteinplasterstraßen, Feld- und Wiesenwege und irgend was.
      In Amalienhof  sind Teile einer Gutsanlage zu sehen. In Wolfshagen eine große  Pause, es gibt vielzusehen. Siehe Tourbeschreibung 4.Tag. Danach geht es weiter nach Fürstenwerder, dabei kann wieder der Gutsherrenradweg genutzt werden. Siehe auch:   3.7 Fürstenwerder, auf der Spur der Steine.
    • Fürstenwerder-Warbende-Carvitz-Retzow 43 Km
      Mittagessen im Gasthof Alter Bahnhof und weiter Richtung Feldberg. Auf einem sehr guten, separaten Radweg geht es weiter, mit super Ausblicken auf das weite uckermärkische Land. Ich benutze den Radweg Spur der Steine. In Warbende Besichtigung des Gut-Parkes. Ein im Lennestil angelegter Park. Ein Nebeneinander von barocker Gartenkunst und englischer Parklandschaft prägt diesen Park. Viele große seltene Bäume bestimmen den Park. Bis zur Landesstraße L341 bleibe ich auf dem Radweg Spur der Steine, der hier auch endet. Vorbei am Lüttersee, mit einer schöne Badestelle und Tornowhof fahre ich am Kreisverkehr Richtung Wittenhagen. Auf dem Gutshof gibt es einiges zu sehen, eine Kunsthalle, ein Hofladen und eine Heuherberge. Außerdem befindet sich hier die Spielstätte des Luzin-Theaters. Über die weitere Nutzung des Gutshauses ist noch nicht entschieden. Weiter geht es Richtung Carwitz. Rechts des Weges das Steilufer des Schmalen Luzin, fantastische Ausblicke. Kein Stopp in Carwitz, obwohl es ein sehr interessantes Dorf ist: Hans-Fallada-Museum, die Alte Scheune ein Ort für viele Events und diverse Gaststätten, einige mit Livemusik. Die Lage ist einzigartig, Carwitz liegt auf einer Landenge zwischen dem Schmalen Luzin und dem Carwitzer See. Viele Badestellen an beiden Seen  laden zum Bade ein, und es lohnt sich, die Wasserqualität ist Top. Also ein Ort den man gerne wieder besucht, viele Unterkünfte machen es einfach. In Neuhof komme ich wieder auf den Uckermärkischen Radweg.
      Der mich bis zu meinem Ziel in Retzow begleitet. Da ich diese Strecke schon des Öfteren gefahren bin, flutscht es enorm und schon sitze ich im Biergarten des Waldhauses Grünheide bei einem kühlen Bier. Siehe auch Ergänzungen und den Streckenverlauf der Radtour    3.7 Fürstenwerder, auf der Spur der Steine.
      Eine tolle viertätige Radtour geht zu ende, viel gesehen und mit einigen Leuten gesprochen. Alles super!!!

  • Ergänzungen
    Der Gasthof „Grünheide“ wird nicht mehr bewirtschaftet, es gibt jetzt an gleicher Stelle ein Hotel.  —-> Waldwerk Wurlgrund
  • Bäckerei Rodzoll existiert nicht mehr

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