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3.12 Stettiner Haff

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1.Tag Menz-Carpin-Blankensee-Neubrandenburg-Ueckermünde/Zug
Tourlänge 80 Km
2.Tag Ueckermünde-Mönkebude-Ueckermünde-Altwarp-Ueckermünde
Tourlänge 55 Km
3.Tag Ueckermünde-Torgelow-Pasewalk-Strasburg
Tourlänge 65 Km
4.Tag Strasburg-Wolfshagen-Fürstenwerder-Carwitz-Retzow
Tourlänge 65 Km


1.Tag  Tourbeschreibung  Streckenverlauf  Bilder  Karte  Diverses
2.Tag  Tourbeschreibung  Streckenverlauf  Bilder  Karte  Diverses
3.Tag  Tourbeschreibung  Streckenverlauf  Bilder  Karte  Diverses
4.Tag  Tourbeschreibung  Streckenverlauf  Bilder  Karte  Diverses

Tourbeschreibung
1.Tag
Die Unterkunft ist gebucht, im Hotel „Am Markt„, in Ueckermünde, wie es dann weiter geht wird operativ entschieden. Der Grund für die Wahl, das Hotel hat ein eigenes Brauhaus, aber Spaß beiseite, es war gar nicht so einfach etwas zu finden mitten in der Saison und zentral sollte es auch sein. Nach eingehender Vorbereitung stand der Plan, von Menz mit dem Rad nach Neubrandenburg und dann um 14.30 Uhr (wichtiger Termin, den dieser Zug fuhr direkt nach Ueckermünde, kein umsteigen nötig) mit dem Zug nach Ueckermünde, an den Stettiner Haff. Für die Tour nach Neubrandenburg, nicht die kürzeste über Burg Stargard, sondern über Usadel und entlang am Tollensesee. Über die bekannten Orte: Fürstenberg/H., Altthymen, Dabelow, Wolkuhl und durch den Müritz-Nationalpark (siehe auch 2.05 Neubrandenburg) kam ich nach 30 Km und 3 Stunden in der Bäckerei Rotzoll zu Tische, das zweite Frühstück war angesagt. Weiter ging es Richtung Blankensee, mit herrlichen Blicken auf den idyllisch gelegenen Rödliner See, eine Raststätte, mit Blick auf die Champagner Insel lädt zu einer kurzen Pause ein.

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Blick auf den Rödliner See

In Blankensee bleiben wir auf dem Mecklenburgischen Seenradweg und fahren weiter Richtung Blumenholz. In Blankensee gibt es einen Lebensmittelladen und den Landgasthof „Erbkrug„, der auch Pension bewirtschaftet. Nach 10 Km verlassen ich die Landstraße nach Blumenkolz (der Abzweig leicht zu erkennen: Hinweisschilder zeigen  nach Usadel und ein nicht zu übersehendes Schild, dass wir jetzt die „Historische Verbindungsstraße von Neustrelitz nach Neubrandenburg“ benutzen).

Hier noch eine kleine Zwischen-Anmerkung: das man ein Hinweisschild übersieht und sich etwas verfranzt kommt schon mal vor, aber meistens merkt man schnell, und kann es korrigieren. Aber hier auf der Tour nach Neubrandenburg, ging es richtig in die Hose. Wie es so ist, ich wollte die Strecke nach Usadel abkürzen (auf der Karte ist es schön zu sehen, warum). Den Wander -und Radweg in Neuhof habe ich übersehen und blieb auf der Landstraße. An der Ruine der Wanzka Mühle hielt ich die Gelegenheit für günstig, die Abkürzung durch das NSG Nonnenbachtal anzutreten. Hätte ich lieber nicht, Anstiege ohne Ende (ich musste einige Male vom Rad, zwei volle Fahrradtaschen taten das ihrige), keinerlei Ausschilderung, Regen und der Zeitdruck den rechten Zug zu erreichen. Nicht das ich in Panik verfiel, doch als wieder die Landstraße erreichte, war ich ziemlich fertig (ein Vorteil, wenn man alleine unterwegs ist, man muss sich keine Vorwürfe anhören und kann auch nicht Schuld delegieren). Das es die Landstraße war, die ich zwecks Abkürzung verließ, war schnell klar, ja nun, rechts oder links, ich entschied mich für links (bergab). Nach 2 Km lockerer Fahrt stand ich wieder an der Mühlen-Ruine. Also wieder retour, was als Abkürzung gedacht war, wurde zum Umweg (ist auf der Karte nicht eingezeichnet) mit Zeit- und Kraftverlust, was ich auf den Anstiegen am Tollensesee zu spüren bekam.

Über die schon erwähnte historische Ortsverbindungsstraße ging es über Rodenskrug (einsamer Ausbau, hat etwas romantisches) nach Usadel, ab hier benutzt ich den bekannten Radweg „Tollensesee Radrundweg„, siehe die Tourbeschreibung „3.05 Tollensesee„. Am Naturpark Neubrandenburg verlasse ich den Radweg und fahre auf kürzesten Wege zum Bahnhof. Ich liege gut in der Zeit, Fahrkarten kaufen, Trinken war wichtig und schon saß ich im Zug. Nach 1:30 Std. ist die Endhaltestelle Ueckermünde/Stadthafen erreicht, einchecken im Hotel, erste Eindrücke der fast komplett sanierten Stadt, mit dem Rad zum Strand (3 Km), alles eine Sache von Minuten. Aber der Tag ist noch nicht zu Ende.

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Mark und Hotel Am Markt

Livemusik auf dem Marktplatz, ich nehme im Biergarten von meinem Hotel platz, erste Kostprobe aus dem hoteleigenem Brauhaus, bestens, auch das Essen sehr zu empfehlen. Ja, so sind die Kulturbanausen, erst über Essen und Trinken sprechen und dann zur Kultur kommen. Musik von Sander van Flint, in Ueckermünde als Duo (auf der Homepage ist zu lesen, auch 2016 gibt es wieder zwei Auftritte in Ueckermünde), Folkrock, Folkpop, genau das Richtige, für einen lauen Sommerabend, bei Bier und netten Plausch. Neue Gäste nahmen am Tisch platz, ein älterer Herr, mit nicht alltäglicher Begleitung, eine junge chinesische Frau (Mädchen?). Und wie oft, wenn man alleine unterwegs ist, ergibt sich schneller ein Gespräch mit anderen Leuten. Es wurde ein interessantes, herzliches Gespräch. Ich erfuhr alles über Au-Pair-Mädchen in Deutschland, Rechte und Pflichten von beiden Seiten, denn es wurde schnell klar, die Begleitung war ein Au-Pair-Mädchen aus China. In dem lebhaften Gespräch konnte ich mit meinen Erfahrungen aus China aufwarten und erfuhr warum der aus Hamburg stammende Herr, jetzt hier auf dem Markt in Ueckermünde sitzt und warum sein Sohn vor ein paar Wochen in Bernau geboren wurde.
Ein erlebnisreicher Tag geht zu Ende, viel erlebt: Irrfahrt durch das NSG Nonnebachtal, Zugfahrt, erste Eindrücke von Stadt und Strand und der Abend mit Musik und Gespräch.

2.Tag
Nach dem Frühstück start zur Radtour entlang der Küste des Stettiner Haffs. Ueckermünde ist Schnittpunkt von drei Radfernwegen (Berlin-Usedom; Oder-Neiße; Mecklenburgische Seenradweg). Zuerst geht es Richtung Westen, nach Mönckebude, ein Badeort am Stettiner Haff, mit Hafen, Haffstrand, auch eine Touristen-Info ist vorhanden, viel Gastronomie und diverse Unterkünfte. Im Hafen ist es möglich Segeltörns mit der Ghost (ein original Zeesenboot) zu buchen, für Radfahrer besteht die Möglichkeit einer Fährverbindung nach Usedom (bitte telefonisch anmelden, siehe Homepage). Erstes Bad im Haff, um vernümftig schwimmen zu können, muss man laufen, laufen, nach 100 Meter reicht das Wasser bis zum Knie. Aber ansonsten fast wie Ostsee, heller Sandstrand, ordentliche Strandkörbe, es riecht nach Fischbrötchen und natürlich Möwenbetrieb. Nach einem Besuch der Fischerstube, ein Heimatmuseum im Haus der Touristen-Info, ein Besuch lohnt, geht es wieder zurück nach Ueckermünde. Ohne große Pause lenke ich mein Rad ostwärts Richtung Altwarp. Bis Warin benutzen ich den Oder-Neiße-Radweg, danach geht es über einen nagelneuen Radweg (asphaltiert, separat, noch ohne Namen), direkt nach Altwarp, dem nordöstlichsten Ort (Hafen) Deutschlands. Altwarp hat einiges zu bieten, Haffstrand mit Gastronomie, Hafen mit Fischerei und Ausflugsdampfer, Interessante Häuser (ehemalige Kapitänshäuser), empfehlenswerte Fischgaststätten (ich habe in der Gaststätte „Haffstübchen“ zu Mittag gegessen), der Dorfkonsum heißt jetzt Pommerscher Landmarkt und eine Heimatstube zur Dorfgeschichte. Aber auch die Natur hat ein paar Extras zu bieten: Binnendünen, Wacholdertal, Botanischer Garten und ein Naturschutz Gebiet, das zum Europäischen Vogelschutzgebietes „Riether Werder, Gottesheide, Ahlbecker Seegrund“ gehört. Zeit zur Rückfahrt in Ueckermünde gibt es auch noch einiges zu entdecken. Stop in Bellin, Strand mit Biergarten. Auf meiner Tagestour, westlich und östlich von Ueckermünde konnte ich feststellen, dass die Haffküste hervorragend auf den Tourismus vorbereitet ist. Die kleine, feine Stadt Ueckermünde ist das Zentrum dieser Region. Mit dem folgenden Link kommen sie zur Web-Seite der Stadt Ueckermünde, hier ist alles zu erfahren, was ein Urlauber oder Radtourist über die Stadt und die Haff-Landschaft wissen muss. Hier meine Eindrücke von Ueckermünde. Als erstes möchte ich den 3 Km vor der Stadt gelegenen Strand nennen, ein Strand mit Ostsee-Flair, besonders gut für Kinder geeignet (sehr flach, schöner Sandstrand und viele Spielplätze), viele gastronomische Angebote (selbst bei heißem Wetter muss man nicht lange anstehen). Es fand gerade ein Beachcamp statt, das heißt Beachvolleyball bis zum abwinken, tolle Rhythmen aus dem Lautsprecher und junge Leute (manch mal auch Vater und Sohn), die viel Spaß beim baggern und pritschen hatten. Ja, vor 40 Jahre…, aber auch das zuschauen macht Spaß und verstärkt  die Vorfreude auf meinem nächsten montäglichen Volleyballabend. Zurück in der Stadt, Fahrrad verstaut und ab zu Stadtspaziergang. Es macht Spaß durch die schmalen Straßen und Gassen zu wandeln, die meisten Häuser sind restauriert und auch das Bollwerk am Hafen ist wieder in seiner ursprünglichen Form hergerichtet.

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Blick vom Bollwerk auf Hafen undStadt

Hier im Hafen ist auch der Sitz der Oderhaff Reederei Peters, eine dreimal tägliche Fährverbindung nach Kamminke/Usedom, ist auch für Radfahrer interessant, aber auch andere Schiffstouren, wie zum Beispiel nach Stettin sind möglich. Abendessen in einer Tapabar, danach zurück zum Hotel, der Markt liegt in der einbrechenden Nacht und wirkt verwunschen.

3.Tag

Abschied vom Stettiner Haff, Richtung Heimat, mit einer Übernachtung in Straßburg/Uckermark, auf Uckermark wird großen Wert gelegt, obwohl Straßburg im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern liegt. Eine Spätfolge der Gebietsreform 1952 in der DDR (die Länder wurden aufgelöst und es entstanden die 15 Bezirke, mit den neu gebildeten Kreisen), Straßburg wurde Kreisstadt im Bezirk Neubrandenburg. Durch ein großes, geschlossenes Waldgebiet, auf einen naturbelassenen Radweg erreichte ich Eggesin, irgendwie hatte ich in Ueckermünde den Radweg Berlin-Usedom verpeilt. Aber die Strecke über Liepgarten hatte auch seinen Reiz. Eggesin eine Stadt ohne Stadtcharakter, das Bild mit der Weide am Ufer der Uecker (ich muss mich korrigieren, es war die Randow, Uecker und Randow vereinen sich in Eggesin), ist wirklich das Einzige was in Erinnerung bleibt. Wie viele Städte Städte in Vorpommern wurde auch Torgelow durch Kampfhandlungen am Ende des 2.Weltkrieges zerstört. Ab Eggesin bis Pasewalk, auf herrlich ausgebauten Radweg, eine Teilstrecke mit Erinnerungen, die Gedanken gingen 45 Jahre zurück. Zurückerinnern an die Armeezeit in Stallberg, mit vielen Geschichten, mit Höhen und Tiefen. Die typischen, in den Fünfzigern des vorigen Jahrhunderts gebauten Kasernen, sind entweder abgerissen oder sind nicht wieder zu erkennen, sie ähneln jetzt mehr einem Sanatorium. Schlafsäle für 50 Soldaten, nur notdürftig mit Schränken abgeteilt, in denen nie so richtige Ruhe einkehrte, Toiletten ohne Türen, statt Waschbecken gab es Waschtröge, Duschen konnte man einmal in der Woche zentral,  deshalb hatte jeder eine Schüssel und somit eine Ersatz dusche, Kohlen gab es genug und somit auch warmes Wasser. Zu den negativen Erinnerungen gehören noch der unsägliche Frühsport, jeden zweiten Tag, auch bei eisiger Kälte 3000 Meter, kaum eine Möglichkeit sich zu drücken (raus aus dem Objekt und über den Fuhrpark wieder rein). Doch genug gejammert, es gibt auch angenehme Rückblicke, das ganze Wochenende mit Hallenfußball verbracht, wenn man Glück hatte, nicht zur Wache zu müssen und sich im Schlafsaal so etwas wie Gemütlichkeit einstellte, Bettlaken als Tischdecke, Kaffee und Kuchen, Flasche Schnaps im Stiefel, Zeit für ein ruhiges Gespräche, die dann auch oftmals über die  Armee Umgebung hinaus gingen. Trotz der Erinnerung wird Pasewalk zur Mittagszeit erreicht. Was als erstes ins Auge fällt, viele Industriebrachen, im Zentrum angekommen gibt es viele bauliche Zeugen der jahrhundertealten Stadtgeschichte. Hier ein Link zum Historischen Stadtrundgang.

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St.Marien Pasewalk

4.Tag

Streckenverlauf
Start: Menz, Infotafeln am NaturParkHaus
Ziel   : Retzow, Waldhaus Grünheide
Tourlänge  265 Km

1. Tag 80 Km

  • Menz-Fürstenberg/H.-Dabelow-Carpin
  • Carpin-Blankensee-Usadel-Neubrandenburg-Ueckermünde/Zug

2. Tag 55 Km

  • Ueckermünde-Mönkebude-Ueckermünde-Altwarp-Ueckermünde
  • Ueckermünde-Altwarp-Ueckermünde

3. Tag 65 Km

  • Ueckermünde-Torgelow-Pasewalk
  • Pasewalk-Nieden-Güterberg-Straßburg/Uckermark

4. Tag 65 Km

  • Straßburg/Uckermark-Wolfshagen-Hildebrandshagen-Fürstenwerder
  • Fürstenwerder-Warbende-Wittenhagen-Carwitz-Triepkendorf-Retzow

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