1.Tag
Ückeritz/Campingplatz-Padugla-Mellentin-Usedom/Stadt-Stolpe-Garz-Korswandt-Ahlbeck-Heringsdorf-Ückeritz/Campingplatz
Tourlänge: 65 Km
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2.Tag
Ückeritz/Campingplatz-Padugla–Neppermin-Benz-Labömitz-Kachlin-Dargen-Gummlin-Neppermin-Padugla-Ückeritz/Campingplatz
Tourlänge: 45 Km
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Die Radtouren fanden vom 27.08. bis 28.08.2025 statt.
1.Tag
Eine Woche Urlaub auf Usedom, ein kleiner Bungalow auf dem Naturcampingplatz „Am Strand“ Ostseebad Ückeritz. Schön wie immer. Baden, Fisch essen, entspannen und natürlich Radtouren es gibt immer noch neues zu entdecken. Der neue Radweg an der B110, von der Stadt Usedom bis zum Abzweig nach Mellenthin, auf der B111, musste endlich getestet werden. Und los ging die wilde Fahrt. Auf dem Campingplatz Richtung Bansin und nach verlassen des Campingplatzes hart rechts. Auf gut befahrbaren Waldwegen erreicht man den Haltepunkt Neu Pudagla der Bäderbahn. Sehr vorteilhaft eine Ampel um die B111 zu überqueren. Der Weg hierher ist eigentlich nicht zu verfehlen, einfach bei Start auf die Karte schauen, oder natürlich die GPS-Daten von meiner Webseite herunter laden, dann ist man total auf der sicheren Seite. Ab der Haltestelle geht es weiter auf einem ausgebaute, separaten Radweg (oft genutzt, oft beschrieben). Über Pudagla (Schloss) und Neppermin (mehr dazu) erreiche ich den super Radweg, gut ausgebaut, nicht zu dicht an der Bundesstraße, immer wieder abwechslungsreiche Hügel. Nach 7,5 Km ist die Stadt Usedom erreicht. Die Sehenswürdigkeiten sind überschaubar: Marktplatz mit der St.-Marien Kirche Usedom, (mit der Fotoausstellung Usedom Einst und Jetzt) dem Rathaus und dem Anklamer Tor nicht zu vergessen das Altstadtcafe Bäckerei Hass, ein guter Platz für eine Kaffeepause oder eine kleine Mahlzeit, mit schönem Blick auf das Rathaus und den Marktplatz. Einige Häuser und Läden im Zentrum sind denkmalsgerecht restauriert. Im Anklamer Tor ist das Stadtmuseum untergebracht, im Augenblick wegen einer Restaurierung geschlossen, schade, an dem Museum hängen einige Erinnerungen.
In den Achtzigern Jahren, als ich noch mit meinem Trabi die Insel unsicher machte und in Ückeritz mein Zelt aufgeschlagen hatte, besuchten wir das Museum mit der Familie, an ein Hochrad kann ich mich noch erinnern. Ja, der Trabi war schon ein Kapitel für sich: eine Zylinderkopfdichtung war eins der vielen Ersatzteile. Keilriemen wechseln sollte man zu Hause üben, das erste Mal bei Regen und Dunkelheit, wäre ein Wahnsinn. Auf der Rückfahrt von Usedom habe ich eine Zündkerze auf der Autobahn verloren, das Verkehrsaufkommen lies ein suchen auf der Autobahn zu. Die Ursache dafür, vor der Fahrt in den Urlaub war ich in Berlin/Janowitz Brücke zur Autowäsche mit Motorpflege. Weil er danach nicht mehr ansprang wurden die Kerzen heraus geschraubt und Luft hinein geblasen, er sprang jetzt an aber die Spätfolgen erlebte ich auf der Autobahn.
Ein besonderes Erlebnis war der Besuch des Naturparkhauses im ehemaligen Bahnhof Usedom Stadt. Eine sehr schöne und informative Ausstellung von ausgestopften Vögeln und Kleintiere, darunter befand sich auch ein Marderhund, seltene Tiere die erst vor ca. 40 Jahre aus Sibirien nach Deutschland kamen. Nachts habe ich einen durch Menz laufen gesehen, als ich aus der Dorfkneipe kam. Aus eigener Erfahrung, in Menz haben wir auch einen Förderverein und ein Naturparkhaus, entwickelten sich nette Gespräche.
Genug zu Usedom Stadt, der Weg ist das Ziel, der Radweg nach Stolpe, total einsam im Wald mit einem tollen Belag, ich war begeistert, siehe die Bilder in der Galerie. Das Schloss und die Remise wurden nur von Außen besichtigt.
Siehe mehr zu Stolpe und dem Schloss ——>mehr erfahren
Weiter geht die wilde Fahrt, über Dargen erreiche ich Graz. Die Tour verläuft auf der Strecke zweier Radtouren: Radtour Berlin-Usedom und dem Haff-Rundweg
Auf zwei Auspflugziele an der Strecke möchte ich hinweisen:
DDR-Museum Dargen Wisentpark Insel Usedom in der Nähe von Prätenow.
Über gut ausgebaute Radwege und wenig befahrenen Landstraßen erreiche ich Garz.
Nach einem sehr sportlichen Anstieg und mitten über einen Golfplatz (Augen auf und Kopf einziehen) erreicht man Korswandt. Vorbei am Wolgastsee und einen erneuten Anstieg durch herrlichen Hochwald, sind wir schon fast im Trubel der Ahlbecker Strandpromenade. Weiter geht es nach Bansin und nach einen dritten Anstieg ist man wieder auf dem Campingplatz Ückeritz, ein Campingplatz von enormer Länge (4,5 Km,
früher, oder wie man so schön sagt zu DDR-Zeiten, war er 8 Km lang und auch im Küstenwald standen Zelte). Herrlicher Strand, Fahrrad angeschlossen und ab in die Fluten, natürlich FKK und wenn man Glück hat kommt der Versorgungs-Track vorbei.
So geht eine super Radtour vorbei.
Immer wieder Usedom!!!
2.Tag
Start zur Radtour Tag 2, durch den Thur-Bruch, ein mooriges Niederungsgebiet im Osten der Insel Usedom gelegen. Der erste Teil der Strecke verläuft analog zum 1.Tag.
Kleine Ergänzung zum 1.Tag und auch zu vielen anderen Tagen, die Bockwindmühle Pudagla, oft vorbeigefahren, oft fotografiert, doch jetzt endlich ein Link. Immer wieder Usedom, vielleicht wird es mal mehr als ein Link. In Neppermin verlasse ich den 1.Tag und fahre nach Benz, mein Lieblingsort auf Usedom! Versuch einer Beschreibung!
Die Kirche, eine der schönsten Dorfkirchen die ich kenne. Auch Lyonel Feininger hat sie sooft wie keine andere Kirche gemalt, selbst 1954 als er wieder in New York lebte, kurz vor seinem Tod hat er sie noch einmal gemalt. Mehr dazu.
Neben der Kirche befindet sich eine Galerie, in der man ungestört stöbern kann. Bis vor einigen Jahren war sie sehr mit L. Feininger verbunden, viele Drucke und Bildbände von ihm und als highlight ein originales, baugleiches Rennrad aus dem Jahre 1912, mit dem er über die Usedomer Straßen fuhr. Infos zur Alten Galerie, zur Neuen1 und zur Neuen 2.
Doch genug zu L. Feininger und den Galerien, wer weiß ob es jemand interessiert oder ob es jemand liest. Jetzt noch zwei Punkte die unbedingt dazu beitrugen dass Benz mein Lieblingsort auf Usedom ist. Der Kaffeegarten zur Alten Feuerwehr, ein herrlicher Ort für eine Kaffeepause, in einem phantasievollen Garten und einem Blick auf die Kirche in Benz.
Und nicht zu vergessen der Mühlenberg mit der Holländer Mühle und dem Backhaus.
Die Mühle kann besichtigt werden und ins Alte Backhaus sollte man unbedingt
hinein schauen. Der Birnenkuchen ist ein Gedicht. Hier kaufte ich das Buch über die Feininger-Radtour auf Usedom, die Freude war groß nirgendswo auf der Insel war es zu bekommen!!!
Der Blick auf den Schmollensee ist zu jeder Tageszeit ein Erlebnis.
Doch genug zu Benz, weiter geht’s mit Tag 2 und dem Thur-Bruch, für mich Urlaubsneuland auf Usedom. Der nächste Ort ist Labömitz.
In Labömitz hatte ich einige mal dienstlich zu tun, hier befand sich ein Trockenwerk in dem Pellets hergestellt wurden, die für die Massentierhaltung besonders geeignet waren. In diesen Werken war einiges an Automatisierungstechnik im Einsatz, Labömitz war eines von vielen in der DDR. Ich wurde bei Störungen oder Durchsichten bestellt. Mein Job war Kundendienst-Ingenieur im VEB GRW-Teltow. Wenn ich mich recht erinnere, war es nicht so toll, kein Strandwetter und das Hotel in Bansin war auch so la la. Da gab es bessere Aufträge. Kurze Zusammenfassung, die DDR gibt es nicht mehr, die Trockenwerke wurden verschrottet, Massentierhaltung gibt es auch nicht mehr, denke ich jedenfalls. Und auch ich fahre nicht mehr mit dem Dienstwagen durch die Gegend. Ich bin schon lange Rentner und versuche meine Memoiren in die Beschreibungen meiner Radtouren unter zu bringen.
Nachdem ich in Labömitz vergebens Ausschau nach Reste des Trockenwerkes gehalten hatte ging es hinein in den Thur-Bruch. Weites Land, soweit das Auge reicht, landwirtschaftlich genutzte Flächen. In der Ferne ist der Gothensee zu erahnen. Vorbei am Kachliner See erreiche ich das Technisches Denkmal Windschöpfwerk Kachlin. Hier befindet sich auch ein Rastplatz mit einer ausführlichen Infotafel. Weiter geht es nach Kachlin, ein kleines, ruhiges Bauerndorf. Es lohnt sich schon ein paar Augenblicke zu verweilen (historische Scheune, Gutshaus und auch einige Ferienquartiere).
Nach dem ich die B110 überquert habe, bei dem sommerlichen starken Verkehr, ist es nicht so leicht, also Vorsicht. Danach bin ich wieder auf der Strecke vom 1.Tag, in Grummlin verlasse ich sie und benutze einen sehr gut ausgebauten Radweg durch dichten Wald, bevor die B110 erneut überquert wird. Diesmal mit einer separaten Ampel für Fußgänger und Radfahrer, super, müsste noch viel mehr genutzt werden. Wieder auf der 1.Tagstrecke, die ich jetzt bis zum Campingplatz nutze. Der Ort Mellenthin mit dem Wasserschloss, der Kirche und dem schönen Ortskern bleibt diesmal links liegen, 2 Kilometer vom Radweg entfernt .
Danach Einkehr im Fischpalast Neppermin, sehr schön, auf der Terrasse mit Blick auf das Achterwasser. Auch hier wieder interessante Gesprächspartner gefunden, Radfahren verbindet. Meine Visitenkarte von der Webseite übergeben. Ohne weitere Stopps erreiche ich unser Urlaubsdomizil.
Auch Tag 2 hat war sehr schön und hat viel Spaß gemacht.
Wenn ich jetzt noch mal über meinen Bericht schaue, oh man, eine wahre Link-Orgie.
Aber man muss sie ja nicht nutzen.
In diesem Sinne, immer eine Handbreit Luft im Schlauch.
Besondere Infos und Extras –
Gastgeberkatalog 2026 für Usedom

09/09/2025 um 19:51
Diese Webseite ist super für Radtouren-Interessierte! Die vielen Tourenbeschreibungen und die regionalen Sortierung sind wirklich hilfreich. Gerade die Übersicht nach Jahren finde ich praktisch, um aktuelle Routen zu finden. Ein tolles und umfassendes Portal für Radler in Brandenburg!
09/09/2025 um 20:44
Vielen Dank für den freundlichen Kommentar, der mich anspornt, die Beschreibung der aktuellen Radtour zu vervollständigen.
Mit herzlichen Grüßen Joachim Zillmann