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Radfahren, Ostsee und Wolgast

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1.Tag
Trassenheide-Mölschow-Wolgast-Neeberg-Krummin-Neuendorf-Zinnowitz-Trassenheide
Tourlänge: 36 Km
2.Tag
Trassenheide-Karlshagen-Zecherin-Mahlzow-Wolgast-Mölschow-Trassenheide
Tourlänge: 32 Km
3.Tag
Trassenheide-Karlshagen-Peenemünde-Frees-Kröslin-Wolgast-Trassenheide
Tourlänge: 42 Km


Dreimal Wolgast, drei Radtouren mit Start in Trassenheide, von der Reha-Klinik “ Dünenwaldklinik“. Wie meistens gibt es eine Vorgeschichte. Nachdem ich grünes Licht für eine Reha-Kur von meiner Krankenkasse bekommen hatte, begann die Suche im Internet. Welche Reha-Klinik, an welchem Ort und so weiter. Nachdem ich schon auf Trassenheide aufmerksam geworden war, ergab es sich, dass ich auf der Heimfahrt von einem Kurzurlaub in Bansin, ein Zwischenstopp in Trassenheide einlegte. Um so ein Bild von der Klinik zu bekommen und auch einige Fragen stellen konnte. Nach einem abschließenden Spaziergang am Strand (der Strand sah nach den Januar -Stürmen noch sehr wüst aus), war die Entscheidung gefallen. 3 Wochen „Dünenwaldklinik“ ab den 18.04.2017. Auch ein zweiter Zwischenstopp war sehr angenehm, bummeln in Wolgast. Obwohl schon oft mit dem Auto durch Wolgast gefahren, kam es nie zu einem Stopp, bei dem immer herrschenden, wahnsinnigen Verkehr, war man froh die Stadt ohne Probleme verlassen zu haben. Doch diesmal, wenig Verkehr, ein Parkplatz, direkt an der Kirche. war schnell gefunden, einem Stadtbummel stand nichts im Wege. Mit Überraschung konnte ich feststellen, dass Wolgast einiges sehenswertes zu bieten hat, mehr dazu in den Blogs. Bei einem Kaffee am Markt stand es fest: 3 Wochen Trassenheide und Radtouren nach Wolgast.

Radfahren, Ostsee und Wolgast 1

Trassenheide-Wolgast-Krummin-Neuendorf-Zinnowitz-Trassenheide

Erstes Wochenende, erste Radtour. Zuerst nach Wolgast und dann weiter sehen. Nach 12 Km ist man auf dem Marktplatz in Wolgast. Zwischendurch Halt in Mölschow. Die ehemalige Gutsanlage ist heute der Kulturhof Mölschow, mit vielfältigen Aktivitäten für Kinder und Jugendlichen. Auch kulturelle Veranstaltungen finden in der Kulturscheune statt. Ich konnte nur den Außenbereich besichtigen, es war noch etwas zu früh. Das sehr gut erhaltende Gutshaus ist leider nicht mehr Bestandteil des Kulturhofes, das Museum musste auf andere Räumlichkeiten verteilt werden. Das Gutshaus ist jetzt Heimstätte für unbegleitete, jugendliche Flüchtlinge.
Angekommen in Wolgast: Die riesige Peene-brücke, mit ihrem markanten Klapp-teil fällt sofort ins Auge. Faszinierend die Ansicht der St.-Petri-Kirche durch die Bauteile der Brücke hindurch. Mit dem Neubau dieser Brücke ist die Insel Usedom wieder mit dem Zug zu erreichen.

Peene-brücke in Wolgast

Nach einer kurzen Runde um den Marktplatz, stand der Besuch des Stadtmuseums auf dem Plan. Doch leider, wegen Krankheit geschlossen. Okay, höhere Gewalt. Das Rungehaus, Geburtshaus des Malers Philipp Otto Runge, heute ein Museum, wäre eine Alternative gewesen, doch auch geschlossen, Umbauarbeiten.  Im Internet war zu erfahren das es pünktlich zum 240. Geburtstags des Malers am 23.07.2017 eröffnet wurde. Dann eben die historische Altstadt, die St.-Petri-Kirche und Ausschau nach einem Fischrestaurant halten.

Altar der St.-Petri-Kirche Wolgast

Obwohl man schon in so vielen Kirchen gewesen war, ist es  immer wieder ein Erlebnis. Die St.-Petri-Kirche hat einiges vorzuzeigen. Besonders der „Wolgaster Totentanz fand mein gefallen, die Texte, kurz und zutreffend. Aber auch die Ausstattung des Innenraumes, lässt vieles aus der Geschichte Vorpommern-Wolgast erahnen. Die Gruft der  Herzöge von Vorpommern-Wolgast sind sehr schön restauriert worden. Wer den Überblick liebt, der Kirchturm kann bestiegen werden. Nach soviel Geschichte Zeit zur Einkehr. Auf dem Weg dorthin noch kurzer Abstecher zum Rathaus, zur Touristeninformation. Interessant ein Modell des Riesen-Fachwerk-Speichers der 2006 vollständig abbrannte. Mittagessen im Restaurant „Fischmarkt 3 „,wiedermal Dorsch, mein Lieblingsfischgericht.
Gut gestärkt geht es zurück nach Trassenheide, nicht der kürzeste Weg, sondern über Neeberg, Krummin, Neuendorf und Zinnowitz. Ein Teil von Usedom den ich noch nicht kante, also höchste Zeit. Interessante, kleine Fischerdörfer mit Häfen für Fischer- und Sportboote. Aber auch Restaurants und Unterkünfte (als Beispiel das Fischerstübchen in Neeberg), wer Ruhe sucht ist hier gut aufgehoben. Der Radweg verläuft nicht direkt am Ufer des Achterwasser, große Wiesen, die landwirtschaftlich genutzt werden liegen dazwischen. Nur kurz vor Neuendorf, vorbei an einem einsamen Fischerhof, der aber noch in Bewirtschaftung ist, kommt man dem Achterwasser nahe. Doch der Reihe nach, zuerst Neeberg und dann Krummin. Die Höhepunkte für Kummin ist der Naturhafen, die Klosterkirche und einige  Gastronomie – „Zur Pferdetränke“ , Gartencafé „Zur Naschkatze“,  das Jagdstübchen und das Hafencafe im Naturhafen. Für den Friedhof rund um die Klosterkirche sollte man sich Zeit nehmen, sehr viele historische Grabsteine, die von der Klostergeschichte Krummins erzählen. Weiter geht es nach Neuendorf auf der Halbinsel Gnitz, zum größten Teil geht Fahrt über Plattenwege. Kurz nach dem Fischerhof (hier ist es möglich, fangfrischen Fisch, direkt vom Fischer zu kaufen), vor dem Dorfeingang von Neuendorf, ein Relikt aus Usedomer Erdölförderungszeiten. Auf einer Anhöhe ein Pumpwerk,ein „Pferdekopf“ ,wie man es aus amerikanischen Filmen kennt. Auch in Neuendorf einige Urlauber-Quartiere und Gastronomie. Obwohl die Saison noch nicht eröffnet Möglichkeiten zu Einkehr. Als Beispiele möchte ich das „Gut Neuendorf“ und das Restaurant „Zum Neuendorfkrug“ anführen. Über einen einen in bau befindlichen, separaten, asphaltierten Radweg geht es weiter über Zinnowitz nach Trassenheide. Eine schöne Rundtour, mit der Ruhe des Aprils, geht zu Ende. Sollte man sich auch für den Sommer vormerken, vielleicht nur die Halbinsel Gnitz und mit einem zünftigen Picknick.

 

Radfahren, Ostsee und Wolgast 2

Trassenheide-Karlshagen-Zecherin-Wolgast-Mölschow-Trassenheide

Wolgast zum zweiten, diesmal keine Krankheit (hatte mich erkundigt), das Stadtmuseum, die Kaffeemühle, war mein Ziel. Doch zuvor ein kleiner Schlenker über Karlshagen nach Wolgast. Man will in der begrenzten Zeit vieles sehen.
Mit Karlshagen kommen Erinnerungen an die Kinderzeit hervor: erste mal mit 10 von zu hause weg, Schulferienlager in der Schule neben dem Sportplatz in Karlshagen, lange Wege, durch dichten Wald zum Ostseestrand, frohes Jugendleben, Heimweh, Ansichtskarten schreiben und Andenken kaufen (Kette mit Seemannsgrab, Aschenbecher mit Grüßen aus Karlshagen). Also das komplette Programm. 15 Jahre nach Kriegsende war hier noch einiges zu sehen, Schiffswracks am Strand, U-Boot im Fischereihafen, der Weg nach Peenemünde Abenteuer pur. Von Spurensuche kann keine Rede sein, nichts mehr zu finden. Der Haupteingang zum Strand hat ein modernes Gesicht bekommen, viel Gastronomie, Hotels und Pensionen, die Schule war nicht mehr zu finden u.s.w . Egal, fest zuhalten ist, das damals 1960, eine Beziehung zu Usedom, zur Ostsee entstand, die bis heute bestand hat.
Auf zwei Sachen möchte ich aufmerksam machen: Haus des Gastes, mehr als eine Touristen-Information und auf Ehmke’s Fischhandel, super frischer Fisch und zu jeder zeit ein leckerer Fischimbiss. Nachdem Ort und Fischereihafen, mit Anlegestelle für Personenschiffahrt, erkundet wurden, ging es weiter Richtung Wolgast. Auf Wirtschaftswegen, gemeint sind Plattenwege, führt die Tour, den Peene-Strom immer im Blick, nach Zecherin. Zecherin ist ein Ortsteil von Mölschow, nicht zu verwechseln mit Zecherin bei der Stadt Usedom.

Blick auf den Peene-Strom

In Zecherin nicht viel Aufregendes, kleiner, ruhiger Naturhafen und ein paar feine, alte Fischerhäuser,  also weiter nach Wolgast. Wir benutzen den Usedom-Rundweg, naturbelassener Radweg, der auch ausgeschildert ist. Hier ein Link zum Usedom-Rundweg auf Outdooractive, es sind auch alle Radtouren von „Radtouren-Brandenburg“ zu sehen und zu benutzen. Weiter geht die Tour, Wolgast kommt immer näher und irgendwann ist auch die  St.-Petri-Kirche über den Peene-Strom in der Ferne zu erkennen.

Blick über den Peene-Strom: St.-Petri-Kirche in Wolgast

Das Stadtgeschichtliche Museum Wolgast, die Kaffeemühle, erwartet mich. Den Spitznamen „Kaffeemühle“ erhielt das Gebäude, der ältesten Profanbau der Stadt, ein Getreidespeicher, der vermutlich aus der 2. Hälfte des 17. Jh. stammt, weil die Bauform wie eine Kaffeemühle aussieht. Regionale Museen haben ihren speziellen Reiß, besonders außerhalb der Saison, wenn sich manchmal 1-3 Leute am Tage an der Kasse drängeln. So einen Tag hatte ich erwischt, das Personal freut über etwas Abwechslung, wenn dann die Chemie noch stimmt, macht es allen Spaß. Ich konnte meine Geschichten an den Mann bringen, wie schon das erwähnte Schulferienlager in Karlshagen oder als wir 1969 als Lehrlinge unsere Koffer auf einen Lkw laden mussten und zu Fuß über die Brücke ginge um dann in die Inselbahn umsteigen zu können u.s.w. Aber auch der Museumsangestellte wusste viel zu erzählen.

 

Radfahren, Ostsee und Wolgast 3

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