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Radfahren, Ostsee und Usedom

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Bansin-Benz-Neppermin-Stolpe-Usedom-Westklüne-Ostklüne-Welzin-Stolpe
Tourlänge: 38 Km


Der Titel des Blogs könnte auch der kurze Weg von Westklüne nach Ostklüne lauten, doch dazu später.
Wellness an der Ostsee, in Bansin, im Ostseehotel „Villen im Park“.
4 Übernachtungen vom 03.-07.04.2016, gediegene Wellness-Landschaft …, siehe hierzu auch den Blog „Radfahren, Ostsee und Schloss StolpeHarald Wollenhaupt spielt immer noch jeden Montag in der DAVIDOFF LOUNGE im „Kaiser Spa Hotel zur Post“. Die ersten drei Tage unternehmen wir kurze Touren mit dem Fahrrad, leichtes einradeln für die neue Radsaison. Schauen was es neues gibt, in der Sonne liegen, barfuß am Strand laufen, Fischbrötchen essen und das eine und andere Gespräch mit den Einheimischen zu führen. Zum Beispiel mit den Fischern, der Fischereigenossentschaften, die noch heute das Equipment aus DDR-Zeiten nutzen, und dem einen oder anderen Luxushotel, ein Dorn im Auge sind.

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Der „Weise Russe“ ist immer noch im Einsatz

Das neue Hotel an Haupteingang zum Strand in Bansin, ist noch nicht eröffnet, im Internet steht zwar Frühjahr 2016, aber ich denke es wird wohl erst Herbst 2016 soweit sein. Der Name ist passend zur Größe, Kaiserstrand Beatchhotel Bansin Mitte. Die Architektur, ich würde es als eine Offene bezeichnen, hebt sich etwas von der gewohnten Bäderarchitektur ab, ist aber nicht so schlimm wie erwartet. Kulturell stand diesmal ein gelungener, musikalischer Abend in der Villa Irmgard (auch bekannt als Maxim Gorki Museum, der Dichter wohnte hier das ganze Jahr 1922 , zwei Zimmer erinnern an diesen Aufenthalt) an. Im Veranstaltungskalender wird er wie folgt vorgestellt – Konzert bei Kerzenschein: „Lerne Lachen ohne zu weinen“ mit Texten von Tucholsky, Ringelnatz und Kästner. Musik von den bekannten Gitaristen Charlie Eitner und Ulrich Maria Kellner – von groovig bis verträumt und jazzig bis meditativ. Was hier nicht erwähnt wird, ist die Zusammenarbeit mit den Malern Ralf Berger und Roland Beier: Musik sehen und Bilder hören, originale Bilder der Maler, und Geschichten über die Entstehung der Musik zu den Bildern gehören zur Performance. Ein toller Abend, hier noch ein Link zu den Künstlern. Nach einigen kleinen Intermezzos, Start zu einer größeren Radtour, mit der Stadt Usedom im Visier.

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Kirche Benz

Über Dorf Bansin, Alt Sallenthin, erreiche ich Benz, ein Dorf mit einer interessanten Kirche. Eine sehenswerte Innenausstattung lädt zum verweilen ein. Der Ort Benz mit seiner Kirche und der Holländer Mühle wurden des öfteren  vom Maler Lyonel Feininger bei seinen Usedom-Radtouren Anfang des 19.Jahrhunderts besucht und diente als Vorlage für viele Bilder. Auch heute ist der Ort eine Station der Lyonel Feininger Radtour“, diese gut ausgeschilderten Radtour, auf den Spuren des Malers, erstreckt sich über 56 Km, über 60 Bronze-Medaillons weisen auf  die Standpunkte des Malers hin, die er bei seiner Arbeit inne hatte. Diese Tour werde ich für meinen nächsten Usedombesuch vormerken. Direkt neben der Kirche befindet sich eine Galerie in der man Kunstdrucke von L. Feininger erwerben kann. Nächster Halt ist in Neppermin, am Achterwasser. Hier konnten wir schon im letzten Jahr miterleben, das hier, an einer Stelle mit tollem Blick auf das Achterwasser, ein Fischrestaurant entsteht. Über den Namen „Fischpalast“ kann man geteilter Meinung sein, aber alles andere ist absolute Spitze (Vielfalt, Qualität, Ausstattung und der unverstellte Blick auf das Achterwasser), ein gastronomisches Highlight der Insel. Auf kürzesten Weg fahre ich weiter nach Stolpe, hier in Stolpe trifft man auf den Radweg „Berlin-Usedom“. Die gesamte Strecke von Bansin ist es möglich asphaltierte, separate Radwege zu benutzen. Kaffee und Kuchen in der stolper Landbäckerei, die knapp 20 Km haben ganz schön geschlaucht, Gegenwind übers offene Feld und die erste längere Tour 2016. Meine Frau schließt sich, nach Kaffee und Kuchen, der Tour an. Das Schloss wir diesmal nur von Außen wahrgenommen. Auf dem Radweg Berlin-Usedom, durch dichten Wald, geht es weiter nach Usedom, zur Stadt Usedom. Die riesige St.-Marien-Kirche überragt die gesamte Altstadt und ist allgegenwärtig, sogar über den Usedomer See hinweg, bestimmt sie den Horizont. Von der ehemaligen Stadtbefestigung ist nicht viel erhalten geblieben, nur ein Stadttor, das Anklamer Tor, ist von den ehemals Dreien, erhalten geblieben. Es beherbergt heute ein Heimatmuseum, in den Achtzigern des vorigen Jahrhunderts, habe ich es mit der Familie besucht. Die Sehenswürdigkeiten halten sich in Grenzen: neben der schon erwähnten Kirche und dem Stadttor, sei noch der Markt mit dem Rathaus und zwei, drei interessanten Gebäuden, der Burgberg, nur noch ein Denkmal weist auf seine einstige Bedeutung hin, der Hafen mit Verbindung zum Stettiner Haff, hingewiesen. Jeder der sich für Eisenbahnen interessiert, kennt die Geschichte der Karniner Eisenbahnhubbrücke, bis zu deren Sprengung 1945 war die Stadt Usedom an das deutsche Eisenbahnnetz angeschlossen.

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Der Fährmann bei der Arbeit

Doch jetzt zur kleinsten Radfähre Deutschlands, einer Ruderfähre mit Platz für zwei Personen, zwei Fahrrädern und Gepäck. Sie verbindet die Orte Westklüne und Ostklüne. Ich hatte von ihr in dem Magazin „Radeln auf Usedom“ erfahren, auch nach zwei Jahren ist die Telefonnummer noch aktuell: 0151/15358775. Also haben wir von Usedom angerufen und alles klar gemacht, außerdem befindet sich in Westklüne ein Taster, um zur beabsichtigten Fährbenutzung ein Signal zu geben. Ohne Fähre würde die Strecke von Westklüne nach Ostklüne rund 15 Km, rund um den Usedomer See betragen, mit Fähre 80 Meter. Wir hatten viel Spaß bei der Überfahrt, der Bug des Ruderbootes kam bedrohlich steil aus demWasser, aber es ging alles gut. Der Preis ist eine Vertrauensfrage, jeder gibt, was er denkt geben zu müssen. Am anderen Ufer angekommen haben wir noch eine Weile mit dem Fährmann geschnackt. Die letzten 10 Km ging es über wenig befahrenden Landstraßen zurück nach Stolpe. Hinweg über den Usedomer See, erschien die St.-Marien-Kirche und aalte sich in der Abendsonne.

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