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Radfahren, Gransee und Museum

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Menz-Großwoltersdorf-Altlüdersdorf-Gransee-Altlüdersdorf-Seilershof-Menz
Tourlänge: 45 Km


Radfahren, Gransee und Museum, der Untertitel könnte auch „Neue Radwege und alte Bäume“ lauten, doch dazu am Schluss des Blogs. Radtour nach Gransee, zur Kreisstadt des Altkreises Gransee, also meine Kreisstadt vergangener Tage, denn auch Menz gehörte zum Kreis Gransee. Das Wetter für eine Radtour bestens, der sommerliche Mai lud förmlich dazu ein. Meine Ziele: Alle Sehenswürdigkeiten in Ruhe inspizieren, Mittagessen und das Cafe&Bücherei vom Ehepaar Hillebrand besuchen. Ein, auch für so eine kleine Stadt, umfangreiches Programm. Doch wie immer – zuerst der Weg. Großwoltersdorf war über den gut ausgebauten Radweg, schnell erreicht. Der Radweg ist ein Teilstück des Stechlinseebahn-Radweges, von Gransee nach Neuglobsow. Ein anderes Teilstück, von Menz nach Neuglobsow, wird nach grundlegender Erneuerung, am 20.05.2016 eingeweiht. Mit dabei „Täve“ Schur, ich werde berichten.

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Grüner Radweg kurz vor Großwoltersdorf

Weiter geht es über Neulögow nach Altlüdersdorf. Von Großwoltersdorf nach Altlüdersdorf gibt es keinen Radweg, es müssen die Landstraßen benutzt werden. Immer wieder schön an zu schauen, die Fachwerkkirche in Altlüdersdorf. Über den gut ausgebauten Radweg geht es weiter Richtung Gransee, vorbei am NSG „Geron-See bis direkt zum Geron-See, wo der Fischer sein Quartier hat. Auch Stellplätze für Wohnmobile und Caravans sind vorhanden. Noch ein paar Meter durch gepflegte Kleingärten und schon steht man am Beginn,  des schon erwähnten Stechlinseebahn-Radweges – von der Schiene zum Radweg.

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Beginn des Stechlinsee-Radweges – Von der Schiene zum Radweg

Schon nach den ersten Metern auf dem neuen Radweg, kommen zwei Granseer- Highlights ins Blickfeld: die St.Marien Kirche und das Franziskaner Kloster. Bevor wir uns weiter in Gransee umsehen ein Link zum Verschönerungsverein Gransee e.V., hier auf dieser Webseite ist viel über Gransee zu erfahren. Am Kloster verlasse ich den Radweg und starte meinen Stadtrundgang. Da das Kloster noch verriegelt ist, begebe ich mich zur St.Marien Kirche, die Kirche ist geöffnet, einer Besichtigung steht nichts im Wege. Plakate am Eingang informieren über Sommermusiken 2016 in der Kirche.  Im Vorraum erweckt ein Modell der Stadt Gransee mein Interesse, schön ist die Gliederung der Straßen innerhalb der Stadtmauer zu sehen. Auch beeindruckend, der große Innenraum zwischen den Häuserzeilen, unübersehbar, Gransee war eine Ackerbürgerstadt. Das Modell ist ein Vorgeschmack auf das große Modell (Gransee im Jahre 2010) im Heimatmuseum. Das imposante Innen der Kirche, verlangen förmlich nach einer Pause, um in Ruhe den Altarraum, mit den Fenstern, dem Altar und der schwebenden Jesus-Figur, zu betrachten. Kleine Spende, und ein paar Worte mit der Aufsicht. Schon ist es Zeit zum Mittagessen. Nicht so einfach, viele Gelegenheiten bittet Gransee nicht. Wäre ich an einem Wochentag hier, fiele die Wahl sicherlich auf die „Zur alten Bäckerei“, siehe „Radfahren und Ochsenblut„. Doch es war Sonntag, also begab ich mich in die Gaststätte „Huckeduster„, es folgte eine positive Überraschung, ein idyllischer Biergarten im Innenhof und auch am Spargelgericht war nichts aus zu setzen. Auch das ich der einzige Gast war, spielte keine Rolle. Ich hatte schon vorher  den Eindruck, Gransee wirkt leer und verschlafen, man gewann den Eindruck, ganz Gransee ist raus ins Grüne oder beim Dampfspektakel im Ziegeleipark Mildenberg. Nach Luisendenkmal, Pulverturm, Ruppiner Tor und Stadtmauer, besuch des Heimatmuseums, untergebracht im ehemaligen Hospital St. Spiritus mit der dazu gehörenden Spitalkirche. Hier im Museum befindet sich auch die Touristeninformation der Stadt Gransee. Die untere Etage ist geprägt von Königin Luise, in zwei Zimmer ist viel über die Königin und die Zeit in der sie lebte, zu erfahren. Auch das Luisendenkmal, das zu Ehren der Königin, bei der Überführung von ihrem Sterbeort Hohenzieritz nach Berlin, war sie in Gransee eine aufgebahrt, vom berühmten Karl F. Schinkel entworfen wurde, ist Teil der Ausstellung.

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Blick in das Luisenzimmer

In der Spitalkirche finden wechselnde Ausstellungen statt. Interessant ist auch eine größere Anzahl von Ölgemälden des Malers Max Köcke-Wichman, der von 1945 bis zu seinem Tode 1962 in Kraatz lebte. Auch im Vereinssaal sind die Wände mit Bilder geschmückt, sie stammen alle von dem Granseern Malern Zabel und W.Rau. Die obere Etage enthält alles was man in einem Heimatmuseum erwartet: Schulgeschichte, Gegenstände aus dem Haushalt vergangener Zeiten, historische Werkzeuge, Handwerker-Werkstatt, Reste eines Einbaums aus der Slavenzeit, Stücke prähistorischer Ausgrabungen und speziell für Gransee, vieles rund um das DRK zu DDR-Zeiten. Und natürlich das schon erwähnte Stadtmodell: Gransee im Jahre 2010, faszinierend mit welcher Präzision alles nachgebildet wurde.

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Der Alttag vergangener Zeiten

Im Heimatmuseum können die Schlüssel für die Eingänge des Ruppiner Tores (wechselnde Ausstellungen) und des Pulverturmes (herrlicher Blick über die Stadt) ausgeliehen werden. Die Granseer Warte, ist ein außerhalb der Stadt, im Stadtwald belegender Wachturm, er ist 15 Meter hoch. Der Beobachtungsposten sollte die Stadt vor anrückenden Feinden warnen, also in der Zeit als die Stadtmauer noch ihren Zweck erfüllte. Dieses mittelalterliche  Bauwerk habe ich diesmal nicht besucht, kann mich aber noch gut an den Besuch mit meinen Vater, vor rund 55 Jahre erinnern. Im Zusammenhang mit der Granseer Warte, möchte ich auf Th. Fontane verwiesen, hier ein Link zu seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg, mit einigen Geschichten zu Gransee. Zeit für Kaffee und Kuchen, auf zum Cafe&Bücherei der Familie Hillebrand.

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Cafe&Bücherei

Um es vorweg zu sagen, die Schwedische Apfeltorte ist absolute Spitze. Einige Artikel in der Lokalen Presse zum Cafe und auch meine Bekanntschaft mit dem Ehepaar ließen Vorfreude aufkommen. Entstanden ist diese Bekanntschaft bei meinem Besuch im Kulturgarten Kraatz und bei anderen Gelegenheiten, zum Beispiel bei Lesungen und anderen Veranstaltungen in Menz. Kaffee und Torte, Büchertausch (Taschenbuch gegen Taschenbuch), die  lange Reihe der Bücherregale inspiziert, den vierten Oberhavelkrimi „Wolfsruh“, direkt beim Erzeuger gekauft, nachgefragt, wie es um den Fünften Krimi steht. Als es der Besucherstrom zuließ, kleiner Plausch mit Marina, über das Cafe im Allgemeinen, und über beide Strittmatters und Marinas Performance (Cello und  Gedichte von Eva Strittmatter, gespielt und vorgetragen von Marina in Personal-Union) im Speziellen.

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Hier für alle die Lust und Zeit haben

Doch irgendwann ist es Zeit für den Aufbruch, der Rückweg wartet. Kurz noch ins Franziskaner Kloster geschaut, eine Ausstellung informiert über 20 Jahre Stadtsanierung.

Wieder auf dem neuen Radweg Richtung Altlüdersdorf, passiert etwas, was nur in den schlimmsten Albträumen vorkommt. Ein riesiger Ast bricht von einer Pappel ab und landet auf dem Radweg. Dieser Vorgang hatte sich mit einem leisen Krachen angekündigt und ist in sekundenschnelle immer lauter geworden, ohne nach oben zu schauen, habe ich instinktiv in die Pedalen getreten. Dies war der Grund, das ich zwar geschockt, aber unversehrt meine Tour fortsetzen konnte. Ich war um Sekundenbruchteile einem Unfall entronnen. Zu einem neuen Radweg gehört auch die Verkehrssicherheit, es muss verhindert werden, dass so eine Situation entstehen kann, sonst erleben wir ein zweites Rio. Ich hoffe mein Anruf im Amt Gransee war nicht umsonst und der Blog wird gelesen (auch ein Kommentar wäre nicht schlecht). Des weiteren sollten alle Bäume links und rechts der Radwege gecheckt werden. Keine Neuen Radwege und Alte (die gefährlich werden können) Bäume.

Die Rückfahrt verlief bis Neulögow analog zur Hinfahrt, doch ab hier änderte sich die Route, weiter ging es über Seilerhof, Zernikow nach Menz. Ein schöner Tagesauspflug, wenn man den beinahe Unfall außen vor läßt. Die Tourlänge betrug rund 45 Km.

 

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