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3.09 Uckersee, Oben und Unten

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1.Tag Prenzlau-Röpersdorf-Potzlow-Fergitz-Sukow-Warnitz-Seehausen-Seelübbe-Prenzlau
Tourlänge 51 Km
2.Tag Prenzlau-Stadtmauerweg und Potzlow-Seehausen-Potzlow
Tourlänge 18 Km


Tourbeschreibung 1.Tag
Tourbeschreibung 2.Tag
Streckenverlauf 1.Tag
Streckenverlauf 2.Tag
Bilder
Karte
Diverses

Tourbeschreibung 1. Tag
Der Start- und Zielort der heutigen Tour ist Prenzlau, rund um den Unter- und Oberuckersee. Normalerweise schafft man beide Seen an einem Tag, aber um sicher zu gehen, das Wetter war sehr regnerisch, entschied ich mich für eine Übernachtung in Prenzlau. Die Pension „Zur Fischerstraße“, direkt am Unteruckersee, am Radweg „Berlin-Usedom“ gelegen, war die ideale Unterkunft für die Tour und ist sehr zu empfehlen. Auch die gleichnamige Gaststätte (sehr schöne Terrasse, mit Blick auf den Unteruckersee) lohnt ein Besuch, der Lage entsprechend, viel Fisch auf der Speisekarte. Zur Stadt Prenzlau wird in der Tourbeschreibung des 2. Tages einiges gesagt. Rechts- oder linksherum, kleiner Plausch mit der Frau von der Pension und es gab nur eine Entscheidung: Rechts, entgegen dem Uhrzeigersinn, ab ging es und der Regen lies auch nicht lange auf sich warten. Entlang der Uferpromenade, dem Radfernweg Berlin-Usedom, Richtung Berlin folgend, ist man schnell außerhalb von Prenzlau. Der Radweg geht direkt am Unteruckersee entlang. Herrliche Ausblicke ergeben sich dem Radfahrer, zurückgewandt, über den See hinweg, erhebt sich majestätisch die Marienkirche in Prenzlau. Das erste Dorf ist Röpersdorf am Unteruckersee: Kirche, alte Fachwerkgebäude ein Hotel mit Restaurant „Schilfland“ , alles überschaubar. Die Webseite des Dorfes ist sehr interessant, schöne Fotos.
Weiter geht es nach Zollchow. Zollchow, ein typisches Straßenangerdorf, es ist durch seinen landwirtschaftlichen Charakter geprägt. Erstmals erwähnt wurde der Ort 1321 als Tzelchow. Unter den damaligen Besitzern von Zollchow, sind so bekannte Namen des uckermärkishen Adels, wie von Arnim, von Holzendorf oder von Kerkow zu finden. Noch heute ist Zollchow durch mehrere große Bauernhöfe, die denkmalgeschützte Kirche (13. Jh.), mit ihrem hölzernen Kanzelaltar aus dem 18. Jahrhundert, das Lehmfachwerkhaus sowie die Lehmscheue am Ortsausgang in Richtung Röpersdorf geprägt. Landwirtschaft hautnah erleben kann man, in eine der drei gemütlich eingerichteten Ferienwohnungen auf dem Bauernhof der Fam. Mittelstädt, zwischen Zollchow und Sternhagen gelegen. Seit 2002 werden in dem ehemaligen Gutshaus auf dem typisch uckermärkischen Vierseitenhof Gäste willkommen geheißen.
Die in einigen Broschüren und Karten aufgeführte „Berlin – Usedom – Box“ in Zollchow (moderne Versorgungsstation mit gastronomischem Angebot, sanitären Einrichtungen, Fahrradreparaturservice, Internet, Übernachtungen und vielem mehr), existiert nicht mehr, siehe Nordkurier vom 11.06.2013. Bei einem letzten Blick auf den Unteruckersee, sieht man in der ferne ein riesiges Schilfgebiet und man weiß, mittendrin fließt die Ucker.Der Weg geht weiter nach Strehlow (Potzlow/Strehlow ist ein Ortsteil der Gemeinde Oberuckersee). In Strehlow gibt es einen ehemaligen Gutshof (der jetzt als Kinder- und Jugendzentrum dient) mit ein paar Nebengebäuden. Interessant ist auch die Geschichte der Dorfkirche, sie wurde 1945 zerstört und nach vielen Jahren wieder mit Leben erfüllt. Auch der Dorfplatz mit dem schönen Hinweisschild zum Radweg ist sehenswert. Kurz vor Potzlow überquert man den Mühlengraben, der vom Pinnower See kommend in den Möllensee (liegt mitten im Schilfgebiet) fließt. Das Mühlengebäude ist noch ganz passabel erhalten aber inzwischen verlassen. In Potzlow angekommen gibt es einiges zu sehen.
Der in der Dorfmitte liegende Marktplatz, auf dem die Kirche steht, ein mittelalterlicher Granitquaderbau, macht seine historische Vergangenheit deutlich, als Poltzow eine Marktgerechtigkeit hatte. Die letzten Zweifel über die Bedeutung des Ortes schwinden, wenn man die auf dem Marktplatz stehende Rolandssäule sieht, die von Legenden umworben ist. Im Ort existiert eine gut sortierte Kaufhalle, auch mit einem Imbissangebot. Ins Auge fällt auch eine Möbelmanufaktur mit dem größten Rattansessel Deutschlands. Hier in Potzlow verlassen wir den Fernradweg „Berlin-Usedom“ und fahren Richtung Fergitz. Nach ungefähr 2 Km erreicht man einen Rastplatz, mit phantastischen Ausblick auf eine typische Seelandschaft, dem 3-Seen-Blick. Hier sollte man wirklich etwas verweilen. In Fergitz eine Überraschung: eine Offene Kirche, mit Kaffee und Kuchen (der Bienenstich super), ich hoffe, dass die Spendenkasse immer gut bedient wird, und diese Überraschung lange Bestand hat. Auch eine Besichtigung der  Fachwerkkirche (schöner Altar) lohnt. Auf dem Gelände des ehemaligen Gutes, direkt am Oberuckersee, sind tolle Ferienhäuser entstanden. Durch eine abwechslungsreiche Landschaft erreicht man Suckow, Mittelpunkt des Ortes ist ein Hotel im ehemaligen Inspektorenhaus (vom Schloss ist nur noch das Fundament zu erkennen) direkt am Haussee gelegen. Park, Nebengebäude und Badehaus am See, zeigen das alles mit Kenntnis und Liebe fürs Detail restauriert wurde. So das ich die Verleihung des Brandenburgischen Denkmalpreises nur zustimmen kann. Ein gutes Beispiel für Verwirklichung von Lebensträumen. Hier noch einige Artikel und Bilder über das Hotel, im Spiegel der Presse. Weiter geht die Tour nach Warnitz vorbei an der Großen Lanke (schöne Badestelle), einem langgestreckten Ausläufer des Oberuckersees. In Warnitz gibt es einen Bahnhof (Berlin-Stralsund RE3), eine Bootsanlegestelle (Fahrgastschifffahrt Uckerseen), einen Campingplatz, eine Kirche , eine Badestelle, eine Töpferwerkstatt, ein Viersterne Hotel (Panorama Hotel) und eine Gaststätte (Deutsche Eiche),  mit selbst gebrautem Bier. Alles Schlagwörter, die unterstreichen, dass hier der Tourismus seit langem zu hause ist. Erwähnenswert ist auch ein schönes Fachwerkhaus neben der Kirche. Der nächste Ort ist Quast, hier lohnt der Abstecher zur idyllischen Badestelle mit Gaststätte. Immer dem Radfernweg Berlin-Usedom folgend, nähern wir uns Seehausen, mit einem highlight der Tour. Um das Dorf kurz vorzustellen, ein kleiner Sprung zur Webseite des Hotels Hubertushof in Seehausen. Jetzt zum erwähnten highlight: bei der Besichtigung der Kirche kam ich genau zum richtigen Zeitpunkt, zu der Veranstaltung „Klassik in Dorfkirchen“ mit dem Preußischen Kammerorchester, aus Prenzlau. Hier eine kleine Kostprobe der Veranstaltung ——> mehr hören. Tolle Atmosphäre, tolle Musik und auch die Zuschauer wurden mit einbezogen. Nach einer Stärkung am Imbiss (Dorfausgang Richtung Potzlow), geht es weiter nach Seelübbe. Parallel zur Eisenbahnstrecke entlang am riesigen Schilfgebiet, erreicht man kurz vor dem Unteruckersee einen herrlichen Aussichtspunkt (Siefertshof). Kurz vor Seelübbe hat man die Wahl einen Abstecher ins Dorf zu machen, oder gleich am Seelüber See vorbei, ans Ostufer des Unteruckersees zu fahren. Seelübbe ist ein von der Landwirtschaft geprägtes Dorf, interessant auch die Dorfkirche mit dem Friedhof. Zurück an den Unteruckersee, benutze ich einen schmalen Pfad, direkt am Seeufer, öfter etwas abenteuerlich durch Schilf und Grasbüsche, aber ma kommt durch und es ist auch zu sehen, das er auch von anderen Leuten genutzt wird. Vorbei an einsamen Badestellen kommt ma in den Naherholungsbereich von Prenzlau (Badeanstalt, Auspflugsgaststätten, diverse Spielplätze und den Vereinen für Wassersport. Rechterhand ist das riesige Dominikaner Kloster zu erkennen und schon ist man am Ausgangspunkt der Tour, an der Pension „Zur Fischerstraße“.

Tourbeschreibung 2. Tag
Gut zu Abend gegessen (Gaststätte in der Pension), gut geschlafen, so kann der zweite Tag des Ausfluges beginnen. Stadtrundfahrt mit dem Fahrrad, entlang der Stadtmauer, fast komplett erhalten und sehr schön restauriert. Es gibt viel zu sehen: Tore, Türme, Wiekhäuser und Ausblicke auf den See. Die Länge der Stadtmauer ist 2,5 Km. Das Dominikaner Kloster konnte nur von außen besichtigt werden, es war eben ein Montag, doch die alles überragende Kirche St.Marien war geöffnet, kleiner Obolus und ab ging es. Das Kirchenschiff ist gewaltig und dann die Überraschung, die Dachkonstruktion besteht aus Stahlträger. Diese Konstruktion wurde auf die Mauern der Kirchenruine aufgesetzt, von außen ist dies nicht zuerkennen. 234 Stufen führen zur Türmerstube, anstrengend, doch der Ausblick auf den See und die Stadt belohnen den Turmsteiger. Von der Altstadt ist so gut wie nichts übrig geblieben, keine einzige Häuserzeile, Prenzlau wurde im April 1945 durch Kriegseinwirkungen zu 85% zerstört. Die Innenstadt besteht aus Neubauten der 50er, 60er Jahre (Kino, Hotel Uckermark), aus Plattenbauten der 70er, 80er Jahre (viele wurden abgerissen, um für die Neue Mitte platz zu machen) und der Neuen Mitte die 2010 eingeweiht wurde. Trotzdem, ein Besuch lohnt, schon wegen der Verknüpfung zwischen See, Uferpromenade und Stadtmauer, im Zuge der Brandenburger Landesgartenschau 2013, wurde in dieser Hinsicht viel getan. Nachdem Prenzlau eingehend gewürdigt wurde, machte ich auf meiner Heimfahrt (mit dem Auto) noch einen Abstecher nach Potzlow, um das fehlende Teilstück,  (Radweg zwischen Potzlow und Seehausen) meiner Seenumfahrung, nachzuholen. Es gibt einen herrlichen Aussichtspunkt auf die Uckerseenlandschaft und als kleiner Aha-Effect: den Mittelpunkt der Uckermark. Die Ucker wurde überquert und schon war man in Seehausen. Wieder zurück in Potzlow, Fahrrad verstaut und ab ging die Heimfahrt, auf der Fahrt von Haßleben nach Boitzenburg, konnte ich sehen das der Bau des Radweges zwischen beiden Orten vollendet wurde.

Streckenverlauf
Start und Ziel: Prenzlau, Pension „Zur Fischerstraße“
Tourlänge 69 Km

1. Tag 51 Km

  • Prenzlau-Potzlow 13 Km
    über Röpersdorf, Zollchow, Strehlow,
    Am Ostufer des Unteruckersees, immer den Radfernweg Berlin-Usedom folgen. Sehr gut Beschildert, asphaltiert und separat. Sehr gute Ausblicke, typisch Uckermark.
  • Potzlow-Warnitz 15 Km
    über Fergitz, Suckow
    In Potzlow verlässt man den Radfernweg „Berlin-Usedom“ und fährt auf wenig befahrende Wirtschaftswege oder Plattenwege. Hinter Potzlow (ungefähr 2 Km) unbedingt kleine Pause am 3-Seen-Ausblick (Gr.Potzlowsee, Krummer See und Oberuckersee) machen. Ab Suckow kann wieder ein Radweg benutzt werden und am südlichsten Punkt des Uckersees stößt man wieder auf den Radfernweg „Berlin-Usedom“, nicht vergessen, ab hier Richtung Usedom fahren.
  • Warnitz-Prenzlau 23 Km
    über Quast, Seehausen, Seelübbe
    Auf der Landstraße nach Quast, hier lohnt ein Abstecher zur Badestelle mit Restaurant. Ab Quast kann wieder ein separater Radweg benutzt werden. In Seehausen ist es möglich den Ort links liegen zu lassen und gleich weiter nach Seelübbe zu fahren. Doch es lohnt das Dorf zu besuchen, alleine die Kirche ist sehenswert und auch Möglichkeiten zur Einkehr bestehen. Die Weiterfahrt nach Seelübbe führt über eine wenig befahrende Landstraße, vor Siefertshof schöne Raststätte mit Ausblick. Vor Seelübbe auch wieder die Wahl ins Dorf hinein, oder gleich links ab nach Prenzlau. Ich habe mich auch hier für das Dorf entschieden. Kirche mit Friedhof und alten Grabkreuzen.
    Dann aber doch Richtung Prenzlau, vor dem Ort links über die Bahnlinie. Die letzte Teilstrecke ist etwas abenteuerlich, schmaler Pfad direkt am Ufer Unteruckersees, bei feuchten Wetter sollte man vorsichtig fahren. Die letzten 2 Km sind ein super Radweg, der dann in die Uferpromenade über geht.

    2. Tag 18 Km
  • Radeln entlang der Stadtmauer in Prenzlau 6 Km
    Außerdem zu einigen Sehenswürdigkeiten geradelt (Kirchen, Kloster und Landesgartenschau)
  • Potzlow-Seehausen und zurück 12 Km
    Schöner Radweg, mit Ausblicken und dem Mittelpunkt der Uckermark

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